Ein deutliches Zeichen gegen Rechts

Umgang mit Rechtspopulisten eines der Schwerpunktthemen bei der Kolping-Diözesanversammlung

Dr. Andreas Püttmann (2. v. r., hier mit den Diözesanvorsitzenden) rief die Delegierten in seinem engagierten Vortrag zu einem klaren Bekenntnis gegen Rechtspopulismus auf.

 

Schloß Holte-Stukenbrock. Ein deutliches Zeichen gegen Rechts ging von der Kolping-Diözesanversammlung aus. Knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – 150 Delegierte aus dem gesamten Erzbistum und Gäste – waren dazu im Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock zusammengekommen. Gastreferent war der Publizist Dr. Andreas Püttmann. Er berichtete darüber, mit welchen Methoden Rechtspopulisten arbeiten. Sein Fazit: Rechte Einstellungen und christlicher Glaube sind unvereinbar.

Antipluralismus, das Schüren von Ängsten, Personen statt Inhalte, die Forderung nach einfachen Lösungen für komplexe Probleme und die Selbstdarstellung wahlweise als Helden oder als Opfer, je nach Bedarf – das sind für Andreas Püttmann wesentliche Merkmale des Rechtspopulismus.

Dabei zielen rechte Parteien auf die Mitte der Gesellschaft: „Die AfD ist stark bei den mittel-­gebildeten Wählerinnen und Wählern mit mittlerem Einkommen“, so Püttmann. „Dabei setzt sie derzeit auf eine taktische Mäßigung. Wenn sie sich weiter so radikal darstellt wie bisher, wird sie bei 15 Prozent eingemauert bleiben.“

Immerhin seien bundesweit rund zwei Millionen Katholiken der Ansicht, bei dieser Partei eine Heimat zu finden. „Der Lockstoff für Christen ist die traditionelle Ordnung der Geschlechter und die sich da­raus ableitende Familienpolitik“, stellte Püttmann fest. Christlicher Glaube und rechte Ansichten sind für ihn unvereinbar. „Die wichtigsten Werte des Christentums sind Demut, Gelassenheit und Empathie. Rechtspopulismus ist das genaue Gegenteil: Hybris, Daueraufgeregtheit und Verachtung.“

Die Delegierten forderte er auf, aktiv Stellung gegen Rechts zu beziehen: „Informieren und bilden Sie sich. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Nutzen Sie die Infrastruktur katholischer Bildungseinrichtungen. Als Christen können wir zu dieser Ideologie nicht schweigen.“

Neben den Regularien stand unter anderem die Vorstellung des neuen Kolping-Bildnisses auf dem Programm, das zukünftig als Ehrengabe des Diözesanverbandes bei Jubiläen von Kolpingsfamilien dienen soll. Es zeigt Adolph Kolping mit zwei Handwerksgesellen, die gemeinsam den Blick in die Zukunft richten und sich zusammen aufmachen, einen Weg zu beschreiten. Das Zitat: „Nur mutig vorwärts, Gott wird für die Zukunft sorgen.“

Gestaltet hat es die Paderborner Künstlerin Natalja Laj. Sie hat das Bildnis zunächst als Aquarell umgesetzt und später in Zusammenarbeit mit der Glasmalerei Peters auf eine Glasstele übertragen, die in limitierter Auflage von 100 Stück hergestellt wird.

Lothar Heimann, Mitglied im Aufsichtsrat des Kolping-­Bildungswerkes Paderborn, warb um Bewerbungen für den Schusterpreis, der im kommenden Jahr zum ersten Mal vergeben wird. Der Preis soll alle zwei Jahre verliehen werden und ist im ersten Jahr mit 3 000 Euro dotiert.

Mit ihm sollen Projekte und Initiativen gewürdigt werden, die in besonderer Weise für das ehrenamtliche gesellschaftliche Engagement der Kolpingsfamilien stehen und „Leuchtturmcharakter“ haben.

Das Bewerbungsformular kann auf der Internetseite www.kolping-paderborn.de ausgefüllt werden.

Zum Abschluss der Diözesanversammlung feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Kolping-­Bundespräses Josef Holtkotte einen Gottesdienst. Im Rahmen dieser Feier wurde Dietmar Esken von Josef Holtkotte das Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland für dessen langjähriges Engagement verliehen.

Esken, sichtbar überrascht und ebenso gerührt, bedankte sich mit den Worten: „Wenn wir alle im Sinne Adolph Kolpings weitermachen, sind wir auf einem guten Weg.“

Literaturhinweis: Von Dr. Andreas Püttmann ist im Bonifatius das Buch "Wie katholisch ist Deutschland ... und was hat es davon?" erschienen. Hier geht es zur Seite des Bonifatius Verlags.

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