Werkeln und Helfen

Heinz Schulte bastelt Nikoläuse für einen guten Zweck

Rheda-Wiedenbrück (wl). Als der gelernte Tischler Heinz Schulte aus Rheda-­Wiedenbrück vor etwas mehr als 20 Jahren in den Vorruhe­stand ging, wollte er nicht einfach nur nichts tun. Seine Tochter Astrid zeigte ihm in einer Zeitschrift kleine Nikoläuse aus Holz, die er kurzerhand nachbastelte. Schnell merkte er, dass ihm das Spaß macht, und die Produktion lief an. Zunächst machte er einige für den Floh- und Trödelmarkt der Wiedenbrücker Gemeinde St. Aegidius. Heute, 20 Jahre später, hat er schon über 30 000 Nikoläuse in verschiedenen Ausführungen gefertigt – und das für einen guten Zweck.

Wenn er im nächsten Jahr seinen 80. Geburtstag feiern kann, möchte er kürzertreten. Ob das jedoch so klappt, weiß er noch nicht. Schulte macht das alles ja nicht nur, um seine Freizeit sinnvoll zu gestalten, sondern in erster Linie, um armen Menschen zu helfen. So ist neben dem Werkeln ganz klar das Helfen sein „Hob­by“. Seit Jahresbeginn ist er schon wieder fleißig. Zunächst ruft er Firmen an und bittet um Materialspenden. Das klappt inzwischen so gut, dass er Farben, Holz, Folien und Geschenkband entweder völlig kostenlos oder ermäßigt bekommt. Dann beginnt die eigentliche Arbeit.

Aus Dachlatten schneidet er die kleinen eckigen Nikoläuse zu und aus Sperrholz die flache Ausführung – und neu in diesem Jahr auch noch Tannenbäume.

Im Sommer malt Heinz Schulte gerne seine Nikoläuse und Tannenbäume draußen auf der Terrasse an. Manchmal kommen Kinder aus der Nachbarschaft vorbei und schauen ihm zu. Das freut ihn besonders, denn seine Gartentür steht für Besuch immer offen. Seine Frau Käthe und die Nachbarin Ursula Kampmeier unterstützen den aktiven Ruheständler, kleben Perlen für die Gesichter auf, malen die filigranen Linien und verpacken die lustigen Männlein in Geschenkfolie.

30 Verkaufsstellen in Rheda-­Wiedenbrück und darüber hi­naus unterstützen Heinz Schulte und bieten die Niko­läuse zum Verkauf an. Auch Krankenhäuser machen mit – und viele Besucher nutzen das Angebot, Patienten mit einem Nikolaus, statt mit Süßem oder Blumen zu überraschen.

„Wenn ich sehe, was für Ausmaße das inzwischen angenommen hat und wie vielen Menschen ich somit eine Freude bereiten konnte, dann macht das einfach nur Spaß“, erzählt Heinz Schulte sichtlich gerührt. Der Erlös kann sich auch sehen lassen. Rund 4000 Euro sind allein im vergangenen Jahr zusammengekommen. Damit fördert er sechs verschiedene Projekte: Die Jugendarbeit im Aegidiushaus, die Jugendarbeit im Jugendgästehaus im Franziskaner­kloster, das DRK und die Caritas-Ost der Caritas-Konferenzen in Rheda-Wiedenbrück, die hilfsbedürftige Familien unterstützen, Pater Willi Heck für seine Missionsarbeit auf der Insel Sumba in Indonesien und das Ehepaar Herting für die obdachlosen Kinder in den Slums von Brasilien.

Neben seiner Bastelaktion ist Schulte auch sonst sozial unterwegs. So sammelt er neue Kinderwäsche für soziale Einrichtungen, organisiert jedes Jahr eine Seniorenfahrt ins Heinrich-Lübke-Haus am Möhnesee unter dem Leitmotto „Körperlich und geistig fit im Alter“, kümmert sich um die Spielnachmittage für Senioren im Aegidiushaus, war lange Zeit bei der KAB aktiv und hat die Sammlung ausgedienter Brillen für die Dritte Welt organisiert. Er würde sich freuen, wenn er jemanden findet, der sein Werk weiter fortsetzt.

Im Sommer malt Heinz Schulte gerne seine Nikoläuse und Tannenbäume draußen auf der Terrasse an. Zugesägt hat er alles bereits im Winter im Keller. Foto: Leskovsek

 

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