„Liebesbund“ ist auch ein Bund des Gebetes

Eine Delegation aus dem Erzbistum Paderborn nahm am diesjährigen Juliansfest in Le Mans teil

Le Mans (pdp). Der fast schon sprichwörtliche „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ steht am Ende des Filmklassikers „Casablanca“. Ebenso „wunderbar“, aber viel älter ist der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem französischen Bistum Le Mans: Im Jahr 836 wurden die Reliquien des heiligen Liborius aus Le Mans nach Paderborn überführt.

Die Prozession mit der Reliquienbüste des heiligen Julian führte in diesem Jahr vom Fluss Sarthe zur Kathedrale von Le Mans. Foto: Gorny

 

Jetzt reisten Erzbischof Hans-­Josef Becker, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Generalvikar Alfons Hardt mit einer Delegation aus dem Erzbistum Paderborn nach Le Mans zum Patronatsfest des heiligen Julian. Neben Mitgliedern der „Deutsch-französischen St.-Liborius-Fraternität“ fuhren auch 40 Jugendliche mit nach Frankreich.

In diesem Jahr war bei der Feier alles ein wenig „anders“. Grund dafür war ein Großereignis, das im Rahmen des Festes eröffnet wurde: eine Diözesan-Synode zur künftigen Entwicklung des Bistums Le Mans. Pfingsten 2019 wird der Bischof von Le Mans, Bischof Yves Le Saux, die Ergebnisse dieses mehrere Monate dauernden Prozesses verkünden.

Traditionell bildeten sonst eine deutsch-französische Vigilfeier und eine anschließende Lichterprozession mit der Reliquienbüste des heiligen Julian am Samstagabend den Auftakt zu den Feierlichkeiten. In diesem Jahr führte die Reliquienprozession stattdessen am Sonntagnachmittag vom Ufer der Sarthe zur Kathedrale von Le Mans, wo Bischof Yves Le Saux mit zahlreichen Synodenteilnehmern und weiteren Gläubigen ein Pontifikalamt feierte und die Synode eröffnete. Bischof Le Saux forderte in seiner Predigt unter anderem eine Haltung des Hörens für die Synode: „Das Hören auf den Heiligen Geist geschieht durch das Hören aufeinander mit Wohlwollen und Geduld.“ Erzbischof Becker konzelebrierte und bezeichnete die Anwesenheit der Paderborner Gäste als ein Zeichen dafür, dass der „Liebesbund“ auch ein Bund des Gebetes sei: „Wir versprechen Euch heute unser Gebet für Euren synodalen Prozess. Und wir wissen, dass Ihr unser Suchen und Fragen bei der Umsetzung unseres Zukunftsbildes mit Eurem Gebet begleitet.“Besonders eindrucksvoll war für die ­Jugendlichen ein Pontifikal­amt in der Kirche Notre Dame du Pré, das „ihr“ ­Erzbischof ­Becker mit ihnen feierte. Man müsse sich darum bemühen, mit Jesus zu leben wie mit einem echten Freund, rief der Erzbischof den Jugendlichen zu: „Wir können die Welt durch die Frohe Botschaft verändern. Habt Mut dazu! Jesus braucht Euch!“

An die heilige Messe schloss sich eine Gebetswache vor den Reliquien des heiligen Julian an. Die Fahrt hat bei den Jugendlichen offensichtlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Nicht nur die Gastfreundschaft der Franzosen wurde gelobt, auch die Atmosphäre der deutsch-französischen Gottesdienste hätten deutlich gemacht, wie intensiv die Freundschaft zwischen Le Mans und Paderborn sei, so eine Teilnehmerin.Nach dem Juliansfest ist vor Libori: Im Sommer werden wieder zahlreiche Gäste aus Le Mans nach Paderborn kommen, um dann beim Liborifest dem „Liebesbund“ zwischen Paderborn und Le Mans in Ostwestfalen Ausdruck zu verleihen.

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