Kleine Steine – große Geschichte

In Dortmunder Kirche ist ab dem 28. Januar eine Lego-Ausstellung zu sehen

Dortmund-Kurl. Fröhlich lachend reitet Jesus auf einem Esel, seine Anhänger schwenken Palmwedel zur Begrüßung, eine lange Menschenschlange folgt ihm. So oder so ähnlich könnte es beim echten Einzug in Jerusalem ausgesehen haben. In der Kirche St. Johannes Baptista kann man sich ab dem 28. Januar diese fröhliche Szene anschauen – im Miniformat. Denn Jesus, seine Jünger und Anhänger sind allesamt kleine Spielfiguren und die Helden des Lego-Ostergartens.

von Wolfgang Maas

Für Manfred Wacker, Pastor im Pastoralen Raum Dortmund-Nordost, ist die Ausstellung bereits jetzt ein Erfolg. „Es gab schnell erste Anfragen von Schulen, Kindergärten und Gruppen“, sagt der Geistliche. Nach Weihnachten zog das Interesse sogar spürbar an.

Insgesamt umfasst die Ausstellung sieben Stationen, an denen biblische Geschichten vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung Jesu dargestellt werden. „Das Ganze lebt von den Details“, erklärt Pastor Wacker begeistert. Er hat den Lego-Ostergarten, den Jugendliche und Erwachsene aus Werl gestaltet haben, nach Dortmund-Kurl geholt. Aufmerksam wurde Wacker, als im vergangenen Jahr die Ausstellung in Letmathe gezeigt wurde. „Knapp 1 200 Leute haben sie in zwei Wochen gesehen“, weiß Pastor Wacker.

Damit die Besucherinnen und Besucher nicht auf sich alleine gestellt sind, stehen während der Öffnungszeiten (siehe Info-Kasten) immer zwei ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bereit. Die Freiwilligen hat Pastor Wacker bereits in fast allen Gemeinden, die zum pastoralen Raum gehören, gefunden.

„Das Wichtigste ist eine offene Kommunikation“, gab der Geistliche den Freiwilligen mit auf den Weg. Wacker hofft, dass auch Leute zur Ausstellung kommen, die der Kirche nicht (mehr) nahestehen. Und im Idealfall bleibt genügend Zeit, sich mit den Ehrenamtlern zum Abschluss über die eigenen Eindrücke auszutauschen. Zudem kann man sich mithilfe von sogenannten „Jüngerkarten“, auf denen Impulsfragen abgedruckt sind, noch tiefer in das Gezeigte hi­neinversetzen.

In Kurl wird es zudem eine Premiere geben. Denn am Freitag, 9. Februar, startet die Aktion „Lego bei Nacht“. Zwischen 19.00 und 22.00 Uhr werde die Kirche ganz besonders ausgeleuchtet. Auf das Ergebnis sind sogar die Ausstellungsmacher aus Werl so gespannt, dass sie an diesem speziellen Abend anwesend sein werden.

Den Vorwurf, die Legosteine könnten das biblische Geschehen ins Lächerliche ziehen, hat Manfred Wacker noch nicht gehört. Er glaube auch nicht, dass das Ganze „eine Verniedlichung ist“. Vielmehr könnte das Kinderspielzeug eine Hilfe sein, leichter einen Zugang zu diesem schweren und düsteren Teil im Leben von Jesus Christus zu bekommen. Denn: „Mit Lego kann jeder etwas anfangen.“

INFO:

Die Ausstellung ist vom 28. Januar bis zum 11. Februar zu sehen. Die offizielle Eröffnung findet am Sonntag, 28. Januar, ab 9.30 Uhr im Gemeindegottesdienst statt. Ausstellungsort ist die Kirche St. Johannes Baptista, Werimboldstraße 8 in Kurl. Besichtigungen sind montags bis freitags zwischen 15.00 und 18.00 Uhr (­ausgenommen ist der 9. Februar) sowie samstags zwischen 14.00 und 17.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 14.00 Uhr möglich.
Gruppen können sich auch zu Führungen anmelden (mindestens drei Tage vorher) unter der E-Mail-­Adresse: M.Wacker@kirche-dortmund-nordost.de; der Eintritt ist frei.

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