Gelebtes Brauchtum zum Hubertustag

Der Hegering Kamen-Bergkamen und das Bläsercorps Werne gestalten Hubertusmessen

Der Hegering Kamen-Bergkamen und das Bläsercorps Werne gestalten die Hubertusmessen. Foto: Hegering

 

Kamen/Bergkamen (emp). Auch heute wird noch in vielen christlichen Gemeinden der Brauch gepflegt, am Hubertustag zu Ehren des Patrons der Jäger eine heilige Messe abzuhalten. In Bergkamen und Kamen sind es der örtliche Hegering und das Bläsercorps Werne, die gemeinsam mit katholischen und evangelischen Kirchengemeinden die Feier der Hubertusmesse in den jeweiligen Kirchen organisieren. 

„Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlich ausschweifender Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah“, erläutert Hans-­Albert Pöll. Doch später habe Hubertus in allen Wesen Geschöpfe des göttlichen Ursprungs erkannt. „Er setzte sich fortan hegend und pflegend für die Tiere ein. Diese Grundhaltung der Achtung von dem Geschöpf ist als Waidgerechtigkeit einer der Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft. Die im festlichen Rahmen gefeierte Hubertusmesse ist dabei ein würdiges und ehrfürchtiges Dankgebet der Jäger und aller Naturfreunde.“

Seinen Ursprung hat der Brauch der Hubertusmesse in Frankreich und Belgien. „Bereits im Mittelalter hat man zu Ehren Gottes und zur Erinnerung an den heiligen Hubertus von Lüttich um den 3. November, dem Hubertustag, eine feierliche Messe gelesen. In Deutschland übernahm man diese Tradition erst in den 1950er-Jahren“, erklärt Hans-­Albert Pöll. „Der Chorraum der Kirche wird dann mit herbstlichem Laub, Blumen und Tierpräparaten geschmückt. Im Mittelpunkt steht das prächtige Hirschgeweih mit dem Christuskreuz.“

Bevor die Messe beginnt, treffen sich die Bläser vor der Kirche und lassen ihre Hörner zum ersten Mal erklingen. Danach ziehen sie gemeinsam mit den Messdienern und dem Pfarrer in die Kirche ein, wo bereits die Gemeinde versammelt ist. Das Besondere an der Hubertusmesse ist, dass die Orgeln in den Kirchen schweigen. „Die liturgische Musik übernehmen die Jagdhornbläser.“ Im Laufe des 19. Jahrhunderts sei dafür eine spezielle Fassung für Parforcehörner, die sich durch ihre besondere Klangfülle auszeichnen, entwickelt worden. „Zunächst sind die Noten mündlich überliefert worden. Inzwischen gibt es Notenmaterial“, erklärt Pöll. So erfüllen voluminöse und eingängige Hornklänge nicht nur zur Eröffnung, sondern während der gesamten heiligen Messe das Kirchenschiff. 

Die Jagdhornbläser des Bläsercorps Werne und des Hegering Kamen-Bergkamen laden in diesem Jahr zum 21. Mal in die St.-Elisabeth-Kirche in Berg­kamen und zum 12. Mal in die Margarethenkirche in Kamen-Methler ein. Voraussichtlich werden zwölf Bläser und Bläserinnen die Hubertusmessen nach einer Fassung von Neuhaus auf Fürst-Pless-, Parforce-, Flügel- und Tenorhörnern unter der Leitung von Peter Linnemann vortragen.

Die Hubertusmessen werden am Freitag, den 1. November 2019, um 18.00 Uhr in der Margarethenkirche in Kamen-­Methler, am Samstag, den 2. November 2019, um 18.00 Uhr in der Kirche zum Schloss in Kamen-Heeren, und am Sonntag, den 3. November 2019, um 11.30 Uhr in der Berg­kamener St.-Elisabeth-­Kirche gefeiert.

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