„Die Vorfreude ist groß!“

72-Stunden-Aktion: In den regionalen Koordinierungskreisen laufen die Fäden zusammen

Foto oben: Immer ansprechbar sind die Mitglieder der Koordinierungskreise zur 72-Stunden-­Aktion im Erzbistum. / Kl. Foto: Vanessa Lemanscheck

 

Erzbistum. Die Organisationsteams der 72-Stunden-Aktion des BDKJ vom 23. bis 26. Mai haben derzeit alle Hände voll zu tun: In den regionalen Koordinierungskreisen laufen die Fäden zusammen, dort melden sich die Gruppen mit ihren Projekt­ideen und die Mitglieder der Koordinierungskreise stehen für alle Fragen, die sich vor oder während der Aktion ergeben, zur Verfügung. Vanessa Lemanscheck gehört zum Vorstand des BDKJ-Stadtverbandes Hagen und ist auch im dortigen Koordinierungskreis aktiv. Der DOM sprach mit ihr über den aktuellen Stand, die Frage, was aktuell noch auf der To-do-Liste steht, und wie die Stimmung vor dem Start ist.

von Andreas Wiedenhaus

Worauf dürfen sich die Menschen in Hagen und Umgebung bei der 72-Stunden-­Aktion freuen?Es gibt ein breit gefächertes Angebot an Aktionen: Im Bereich unseres Koordinierungskreises beteiligen sich sieben Gruppen. Das heißt, wir sind fast in jedem Stadtteil vertreten. Es gibt zum Beispiel Bauprojekte, wie in Dahl auf dem Friedhof. Dort steht ein Kreuz, das eine Art Treffpunkt ist, und an dem derjenigen gedacht wird, die kein eigenes Grab haben. Der Platz um dieses Kreuz soll verschönert werden. In Hohenlimburg soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen, Stichwort „essbare Stadt“. Hochbeete sollen angelegt werden, in denen jeder etwas pflanzen kann, das auch von jedem geerntet werden darf. Im Fleyer Wald soll der Wald-Erlebnis-Pfad, der bei der 72-Stunden-Aktion vor zehn Jahren entstanden ist, instand gesetzt und ergänzt werden. Für diese drei Aktionen haben sich die Gruppen selbst entschieden. Dazu kommen weitere Aktivitäten, die sich der Koordinierungskreis für die Gruppen überlegt hat, die sich überraschen lassen wollen.

Darüber können Sie also noch nichts verraten?

Im Prinzip nicht, aber ich kann so viel sagen, dass es bei einem Projekt zum Beispiel darum geht, den Austausch untereinander zu fördern. Das soll durch die 72-Stunden-­Aktion mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Aufmerksamkeit ist ein gutes Stichwort: Viele Menschen sollen von den Aktionen profitieren. Wie schafft man das, und wie gelingt das nachhaltig?

Wir haben in Hagen das Glück, dass unsere Aktionen zum größten Teil im öffentlichen Raum stattfinden und Aufmerksamkeit bekommen. Jeder kann anschließend auch davon profitieren. Hinzu kommt, dass die beteiligten Gruppen schon bei den vorangegangenen Aktionen dabei waren und die entsprechenden Erfahrungen haben. Wir wissen, was wir uns zutrauen können, was wir schaffen können. Und nicht zuletzt haben wir als BDKJ in Hagen einen guten Ruf: Die Menschen wissen, dass wir etwas Gutes tun, und sie unterstützen uns entsprechend.

Wo liegen für den Koordinierungskreis die besonderen Herausforderungen?

Die Vielfalt der beteiligten Gruppen und die Tatsache, dass ganz unterschiedliche Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen und Arbeitsweisen dem Kreis angehören, führen zum einen dazu, dass man sich erst einmal ein bisschen „zusammenraufen“ muss, damit alles läuft. Auf der anderen Seite ist das aber auch ein Vorteil, weil so viele Sichtweisen und Ansätze vertreten sind. Manches macht man dann gemeinsam, wie in unserem Fall das Spendensammeln, anderes läuft über die einzelnen Gruppen. Das muss man so entscheiden, dass es am besten funktioniert.

Wie war denn das Echo in den Gruppen, als die Idee aufkam, wieder eine 72-Stunden-­Aktion zu machen?

Bei meinem Pfadfinder-­Stamm gab es im Vorfeld immer mal wieder Fragen, wann es wieder so eine Aktion gibt. Das heißt, alle freuen sich sehr darauf! Weil es eben nicht alltäglich ist, sind sie auch sehr motiviert!

Wie viele beteiligen sich?

Wir rechnen in Hagen mit rund 250 Kindern und Jugendlichen. Bei allen, die mitmachen – das spürt man zu diesem Zeitpunkt schon – ist die Vorfreude groß. Egal, ob sie schon wissen, was sie umsetzen oder sich überraschen lassen!

Wie waren die Reaktionen über das direkte Umfeld hi­naus? Gibt es beispielsweise ein Echo aus der Politik?

Unsere Anträge auf Unterstützung sind zum Beispiel von den Politikern in allen Bezirksvertretungen genehmigt worden. Materielle Förderung gibt es also schon einmal. Auch in den Bereichen, in denen man sich abstimmen oder Genehmigungen einholen muss, etwa mit Blick auf die Gartenanlage in Hohenlimburg, waren die Reaktionen positiv. Kurz gesagt: Politik und Verwaltung sind informiert und finden das gut. Wir sind auf keine Widerstände gestoßen. Auch das Echo in den Medien ist positiv, so gab es zum Beispiel einen Radio-Beitrag. Das breite Wohlwollen ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die letzten beiden Aktionen so gut gelaufen sind!

Auf ein umfassendes und positives Echo setzen Sie auch dieses Mal wieder?

Sicherlich! Allein schon deshalb, weil die Aktionen so breit gefächert sind, dass jeder in der Stadt irgendetwas davon mitbekommen wird!

Was steht jetzt aktuell kurz vor dem Start noch auf der Agenda, wird es noch stressig?

Der gemeinsame Auftakt muss noch weiter vorbereitet werden. Außerdem gibt es am Samstag eine sogenannte „Promi-Bustour“, bei der wir mit Persönlichkeiten aus Politik, Presse und Kultur die einzelnen Aktionen ansteuern. Dafür muss auch das ein oder andere noch organisiert werden. Das sind die beiden aktuellen Themen im Koordinierungskreis. In den einzelnen Gruppen steht sicherlich auch noch einiges auf der To-do-Liste, ehe es dann wirklich losgeht.

Sie selbst waren bei den vo­rangegangenen Aktionen schon dabei?

2009 habe ich in Hohenlimburg mitgemacht, 2013 habe ich in Heidelberg studiert und habe mich dort beteiligt.

Was ist Ihnen davon besonders im Gedächtnis geblieben?

Besonders die Tatsache, dass man vor einem Berg von Aufgaben steht, von denen man die eine Hälfte noch nie in seinem Leben erledigt hat und die andere Hälfte unter Umständen nur unter professioneller Anleitung: Man stellt sich insgeheim die Frage, ob das zu schaffen ist. Dann verteilt man die Aufgaben und am Ende ist man überrascht, dass alles irgendwie funktioniert hat. Man weiß nicht unbedingt, wie es geklappt hat, aber es hat geklappt! Das ist eine Lernerfahrung, die ich selbst daraus mitgenommen habe: Manches muss man einfach ausprobieren, und es muss auch nicht alles perfekt sein!

Man sollte also auch mit einer Portion Gelassenheit darangehen?

Wenn man zum Beispiel mit Kindern einen Garten umgestaltet, muss man damit rechnen, dass nicht immer nur das Unkraut gejätet wird. Aber trotzdem weiß man, dass alles am Schluss besser aussehen wird als vorher!

Was wünschen Sie sich für das Wochenende – außer gutem Wetter?

Ehrlich gesagt, ist gutes Wetter gar nicht so wichtig. Es wäre natürlich schön, wenn es nicht regnet. Ich hoffe, dass alle Teilnehmer die Erfahrung machen dürfen, dass das, was unter Umständen schwierig aussieht, zu schaffen ist, wenn man sich ranmacht. Mit Selbst- und Gottvertrauen sowie etwas Improvisationstalent lässt sich vieles realisieren! Und selbst, wenn manches nicht funktioniert wie geplant, gibt es meistens noch einen anderen Weg, der zum Ziel führt. Diese positive Lern­erfahrung wünsche ich allen, die mitmachen!

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