Die Türkei meiden

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Istanbul ist ein beliebtes Reiseziel, doch die türkische Politik geht immer mehr auf Konfrontationskurs. Foto: Pixabay

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Eigentlich war es nur ein Fußballspiel in der Europa-­League, doch die Begegnung zwischen Borussia Mönchengladbach und Basaksehir Istanbul in der Türkei wurde zum Politikum. Der Grund waren die Vereinsfahnen, die den Fußball-Fans vom Niederrhein von der türkischen Polizei abgenommen wurden.
Die Sicherheitsbehörden beschlagnahmten die Fahnen jedoch nicht, weil die Fans diese für Gewalttaten missbrauchten. Störend waren für die türkischen Polizisten die Symbole auf den Fahnen: Kreuz, Bischofsstab und heiliger Vitus. Diese christlichen Symbole, die auch im Mönchengladbacher Stadtwappen enthalten sind, führten dazu, dass den Fans nicht nur die Fahnen weggenommen wurden, sondern dass ihnen auch der Eintritt ins Istanbuler Stadion verwehrt wurde.

Von Drohungen und Diskriminierung seitens der Ordner berichten anwesende Fans ebenfalls.
Basaksehir gilt übrigens als ein besonderes Prestige­objekt des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, wodurch die Polizei-Aktion noch eine besondere Note erhält. Erdogan erzeugt durch seine aggressiven Reden eine Stimmung im Land, die Intoleranz gegen alles „Westliche“ und Christliche hervorruft. Der Mönchengladbacher Sportdirektor Max Eberl fand deutliche Worte. „Das ist Polizei-Diktatur“, sagte er.
Viele Deutsche haben in den vergangenen Jahren schon erleben müssen, wie sich die Diktatur Erdogans auswirkt. Statt einen schönen Urlaub in der Türkei zu verbringen, landeten sie im Gefängnis, weil sie sich vielleicht irgendwann einmal kritisch über den türkischen Präsidenten geäußert haben. Vielleicht ist es an der Zeit, dass deutsche Urlauber die Türkei vorerst meiden sollten, damit die Menschen dort merken, wen sie an die Spitze ihres Landes gewählt haben.

Ihr
Matthias Nückel

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