Des Kaisers neue Kleider

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Die Beschlüsse der Bundesregierung zum Klimaschutz erinnern ein wenig an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Die Regierung lobt ihr Klimapaket über den grünen Klee und findet es sehr gut.

Welche Pracht hängt da in der Garderobe! Oder sehen Sie etwa leere Bügel...? Foto: Rainer Sturm / pixelio

 

Doch im Gegensatz zum Märchen sind es jetzt nicht nur Heranwachsende, die bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen rufen: „Ihr steht ja nackt da!“ Auch Eltern und Großeltern, kirchliche Initiativen und Gruppen, Wissenschaftler und selbst der Bundesverband der Deutschen Industrie sind mit den beabsichtigten Maßnahmen unzufrieden.

Die breite Unterstützung für die als Schülerbewegung begonnenen Proteste zeigt: Klimaschutz ist zu einem großen gesellschaftlichen Thema geworden. Und für Christen ist er unter dem Leitwort „Bewahrung der Schöpfung“ schon seit Langem eine Selbstverständlichkeit.

Das Klimapaket der Bundesregierung muss deshalb nachgebessert werden. Auch international ist dies wichtig. Denn „made in Germany“ ist für viele Länder ein Vorbild – nicht nur bei Industrieprodukten, sondern ebenfalls beim Klimaschutz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat darauf hingewiesen, dass Politik die Durchsetzung des Möglichen sei. Das darf nicht unwidersprochen hingenommen werden. Politik heißt auch zu führen. Politik muss auch mal mutig vorangehen, wie es Merkel selbst bei der Aufnahme der Flüchtlinge gemacht hat.

Den gleichen Mut lässt die Regierung in der Klimapolitik leider vermissen. Deshalb müssen die Freitagsproteste weitergehen – damit es im nun folgenden Gesetzgebungsverfahren im Bundestag und im Bundesrat noch Nachbesserungen gibt.

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