Angebot für Jung und Alt

In Neheim entsteht auf einem Schulgelände ein Inklusionscafé

Mehr als zufrieden waren die Organisatoren der ersten Informationsveranstaltung mit der Zahl der Besucher.

 

Arnsberg-Neheim. Eine Schule mit 630 Schülern öffnet sich einem Stadtteil: Im Binnerfeld in Arnsberg-Neheim geht die Agnes-Wenke-Schule auf die Bewohner zu, indem auf einem Teil des Schulgeländes ein Inklusionscafé eingerichtet wird. Jung und Alt sollen hier zusammenkommen, miteinander kochen, basteln oder ganz einfach ins Gespräch kommen. Zur Auftaktveranstaltung fanden sich 60 Interessierte ein, so viele, dass noch Stühle hinzugestellt werden mussten.

von Julius Kolossa

Mit dieser Beteiligung waren Schulleiter Andreas Schauerte und sein Stellvertreter Thomas Wunderlich, ebenso wie Bürgermeister Ralf Paul Bittner und Sonja Essers vom Integrationsbüro, mehr als zufrieden. Denn, so Claudia Düllberg vom Caritas-Fachbereich Sozial­raumorientierung: „Es werden Mitmacher gesucht.“

Angesprochen fühlen sollen sich die Bewohner der Seniorenwohnanlage „Altes Wasserwerk“ unter dem Motto: „Alt lehrt Jung, und Jung betreut Alt“, die den naturnah gestalteten Treffpunkt in diesem Stadtteil mit Leben füllen sollen. Dafür wird ein altes Gewächshaus in einen Wintergarten umgebaut und eine Grün- und Sitzfläche angelegt: insgesamt etwa 2 800 Quadratmeter. Die Idee dazu hatte die Schulleitung im vergangenen Sommer. Es folgten Gespräche mit möglichen Partnern und Förderern. Und diese waren erfolgreich: Von der IKEA-­Stiftung wird der Wintergarten mit 70 000 Euro bezuschusst, während die Gelder von der LEADER-Region für die Zahlung der Personalkosten für zweieinhalb Jahre verwendet werden.

„Wir wollen uns als Schule öffnen, kommunizieren und Angebote schaffen“, stellte Andreas Schauerte den Grundgedanken vor. Und all dies soll in Absprache mit dem Binnerfeld erfolgen, zu dem die Schüler ihren Anteil an Eigenleistung wie Fußbodenverlegen, Anstreichen und dem Aufbau einer „Schülerfirma“ für die Bewirtung an den Öffnungstagen erbringen. Dabei trat die Schulleitung auch Bedenken entgegen und betonte, dass hier kein Biergarten entstehen werde. Vielmehr zähle der Gedanke der gegenseitigen sozialen Kontrolle – Zeiten, in denen der Schulhof und der bisherige Garten ein Treffpunkt für feiernde Jugendliche waren, die auch für Unruhe in der Nachbarschaft sorgten, sollen vorbei sein.

„Es wird besser werden“, lautete der Blick in die Zukunft. Nach den Osterferien soll dieses Inklusionscafé mit Lehr- und Lerngarten eröffnet werden. Vorstellbar sei dort vieles, so Claudia Düllberg: etwa drei Mal im Jahr gemeinsames Frühstück oder auch musikalische Veranstaltungen.

Bürgermeister Ralf Paul Bittner sah die Chance, positiv gestalten zu können, größer als das Risiko. Dabei gelte es, in ständigem Kontakt miteinander zu bleiben. Miteinander reden und gemeinsam planen habe dabei Priorität. Und das kam schon bei der Wunschliste zum Ausdruck, die die Teilnehmer dieser Auftaktveranstaltung schreiben durften. So seien Kochveranstaltungen vorstellbar, aber auch eine Zweigstelle des Repaircafés Arnsberg. Und zur Eröffnung soll ein Nachbarschaftsfest gefeiert werden. Für all dies werden engagierte Helfer gesucht. „Jede Stunde zählt“, lädt Claudia Düllberg vom Caritasverband Arnsberg-Sundern ein, mitzumachen.

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