Integrationsfachdienst der Caritas vermittelte Lena Klüppel einen Ausbildungsplatz
Zur rechten Zeit am rechten Ort
Dortmund. „Ich hatte eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben“, erinnert sich Lena Klüppel. Etliche Bewerbungen hatte die 20-Jährige bereits geschrieben, als die Reha-Abteilung der Agentur für Arbeit die „jugendliche Rehabilitantin“ im Mai zum Caritas-Integrationsfachdienst in Dortmund vermittelte. Dank der individuellen und passgenauen Vermittlung dort konnte die junge Frau bereits am 1. August ihre Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten beginnen.
von Ingrid Piela
Der Integrationsfachdienst vermittelt Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Lena Klüppel ist von Geburt an rechtsseitig körperlich eingeschränkt, die Linkshänderin kann beispielsweise nicht gleichzeitig telefonieren und schreiben. Michaela Rat, Mitarbeiterin beim Integrationsdienst, erstellte deshalb zusammen mit Lena Klüppel ein Bewerberprofil und rasch kamen beide zum Ergebnis: Der ideale Arbeitsplatz für die junge Frau ist im Büro. Und weil sie sich für juristische Themen interessiert, lag eine Ausbildung zu Rechtsanwaltsfachangestellten auf der Hand.
Doch woher nehmen in diesen Zeiten, wo so viele junge Leute einen Ausbildungsplatz suchen? Offensichtlich war Lena zur rechten Zeit am rechten Ort. Denn gerade überlegte Rechtsanwältin Angelika Focken, eine Auszubildende einzustellen. Da die Fachanwältin für Sozialrecht sich auch um Fälle aus dem Behindertenrecht kümmert, kannte sie den Integrationsdienst und fragte dort nach, ob ein „Azubi“ vermittelt werden könne. Sie legte eine Arbeitsplatzbeschreibung vor und rasch stellte sich heraus: Das passt zu Lena Klüppel.
Um sich gegenseitig kennenzulernen – schließlich muss „die Chemie am Arbeitsplatz“ auch stimmen – absolvierte Lena zunächst ein Praktikum in der Kanzlei. Bei dieser Gelegenheit konnte Rechtsanwältin Focken auch feststellen, inwieweit der Arbeitsplatz technisch auf die Bedürfnisse der behinderten jungen Frau umgerüstet werden muss. So hat sie zunächst die Hängeregistratur ausgetauscht, mit Auto-Text-Bausteinen das Schreiben optimiert und außerdem soll die Telefonanlage noch auf die Bedürfnisse der Linkshänderin angepasst werden.
Für Umrüstungen des Arbeitsplatzes gibt es bei Einstellung eines behinderten Menschen eine Palette an Fördermöglichkeiten, auch Lohnzuschüsse. Große Betriebe können dadurch auch die Zahlung der Ausgleichsabgabe vermeiden. Das wichtigste Kriterium für die Einstellung war für Rechtsanwältin Angelika Focken aber: „Dass wir menschlich zusammen passen.“
Und da hatte der Integrationsdienst offensichtlich „ein gutes Händchen“. Auch nach einer Vermittlung werden Arbeitgeber und Mitarbeiter vom Integrationsdienst nicht alleine gelassen. Torsten Stern: „Wir belassen es nicht bei der Vermittlung, sondern sind weiterhin als Ansprechpartner da.“







