Ökumenischer Pilgerweg führte von Lübbecke nach Minden
Zu neuem Mut gepilgert

- Bei strahlendem Sonnenschein machten sich bis zu 80 Pilger auf den ökumenischen Pilgerweg in der Region Herford-Minden. Fünf Tage lag ging es durch schöne Natur, zahlreiche Kirchen wurden besucht und viele Eindrücke gesammelt. „Es war eine so schöne Erfahrung“, lautete denn auch das Fazit vieler Pilger.Foto: NW/Ralf Bittner
Herford-Minden (rtl/bk). Bis zu 80 Pilger zwischen 25 und 84 Jahren, fünf Tage, zwölf Gemeinden und an die 100 Gastgeber, die wichtigsten Eckdaten zeigen bereits deutlich, welche Ausmaße der ökumenische Pilgerweg von Lübbecke nach Minden hatte. Das Modellprojekt, das das Dekanat Herford-Minden gemeinsam mit den vier evangelischen Kirchenkreisen Lübbecke, Herford, Vlotho und Minden organisiert hatte, verband nicht nur die aus kirchlicher Sicht interessanten Orte der Region, sondern auch die Menschen verschiedener Konfessionen.
Pilgern ist „in“. Viele Christen suchen nach solchen Gemeinschaftserfahrungen. Und so kamen die Anmeldungen zu dem fünftägigen ökumenischen Modellprojekt schnell und zahlreich. „Pilgern bedeutet aufbrechen und Abstand gewinnen: von der Hektik des Alltags mit Verpflichtungen, Verabredungen und Terminen, vom Komfort des gewohnten Umfeldes mit ebenen Straßen, dem Supermarkt um die Ecke und den Brötchen zum Frühstück“, meint Frieder Küppers, Pfarrer der Marienkirche, Minden.
Ob über die ganze Dauer oder nur für ein paar Stunden, die Teilnehmer konnten selbst entscheiden, wie lange sie mitpilgern wollten. Genächtigt wurde in Gastfamilien.
Nicht zuletzt die Tatsache, dass der Pilgerweg auch durch wunderbare Natur, über das Wiehengebirge, durch die Werreaue, über die Hügel zwischen Herford und Bad Oeynhausen und durch das Naturschutzgebiet im Weserbogen an der Porta Westfalica führte, begeisterte die Teilnehmer. Und so mancher von ihnen entdeckte direkt vor der Haustür auf diese Weise kleine Oasen abseits der großen Straßen.
Vielfältige Gelegenheit zur Einkehr im doppelten Wortsinn gab es in den Kirchen auf dem Weg. „Bei den Besuchen in den Gemeinden wurden auch ganz unterschiedliche Traditionen erfahrbar. Diese Schätze der einzelnen Kirchen galt es zu entdecken“, berichtet Wolfgang Brinkmann, Dechant des Dekanates Herford-Minden.
Während der fünftägigen Veranstaltung kamen aber auch Verbindungen der Kirche in andere Länder in den Blick. Daher stand etwa ein Besuch der Heimstätte Dünne auf dem Programm, wo Gustav von Bodelschwingh vor 100 Jahren seine Vision vom sozialen Wohnungsbau verwirklichte: Jede Familie sollte sich ein Haus aus Lehm leisten können. Zugleich wurde das Projekt „Heimstatt Tschernobyl“ vorgestellt, das Lehmhäuser für die Opfer der nuklearen Katastrophe erbaute.
Für viele der Teilnehmer aber sei die Veranstaltung vor allem eine intensive spirituelle Sinnsuche gewesen, meint Dekanatsreferentin Maria Beineke-Koch. „Nach dieser Erfahrung ist mir um die Zukunft der Kirche nicht bang, auch wenn sie ihr Gesicht verändert.“ Und eine Teilnehmerin bilanzierte nach dem Abschlussfest im Eine-Welt-Dorf in Minden: „Es war eine so schöne Erfahrung.“






