Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

„Zivis“ im Rentenalter?

von Andreas Wiedenhaus 

Seitdem wohl feststeht, dass der Wehrdienst ausgesetzt wird, überschlagen sich Politiker und Experten mit Vorschlägen rund um einen neuen Freiwilligendienst. Einen nicht geringen Beitrag zu dieser fast schon inflationären Flut an Ideen leistet Bundesfamilienministerin Kristina Schröder selbst.

Aktuell hat sie bei einem Zukunftsforum bekräftigt, dass sie sich auch ältere Mitbürger gut als „Zivis“ vorstellen könnte. Viele Senioren, so die Ministerin, wollten sich engagieren. Dieses Potenzial dürfe nicht ungenutzt bleiben.

Die Wertschätzung der Ministerin für das Engagement der „Generation 60 Plus“ in allen Ehren, doch gehört dieser Vorschlag wohl eher in die Kategorie „unausgegoren“.

Schließlich kann man gerade der älteren Generation kaum mangelnden gesellschaftlichen Einsatz unterstellen: Hunderttausende Senioren leisten täglich Unersetzliches für ihre Mitmenschen – in unzähligen Bereichen. Nicht zuletzt in unseren Kirchengemeinden liefe ohne sie nicht viel. Sie tun dies im besten Sinne „zivil“, freiwillig und völlig unentgeltlich. All dies bürokratisieren zu wollen, ist mehr als überflüssig. Denn wer sich engagieren will, findet Möglichkeiten ohne Zahl.

Die Idee der Ministerin ist nicht gewöhnungsbedürftig, sondern völlig unsinnig. Oder steht dahinter der Anspruch des Staates, den Bürger wirklich von der „Wiege bis zur Bahre“ „unter der Fuchtel“ zu haben?

Dann dürfte wohl auch bald die Frage aufgeworfen werden, wie Kinder im Vorschulalter sich für die Gemeinschaft engagieren können.

 

 


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002