Aktuelle Ausgabe
2012-20

Sozialpädagogin Brigitte Zawislak erfreut als „Clown Toni“ die Senioren

Zirkus in der Tagespflege

Die Besucher der Tagespflegeeinrichtung haben großes Vergnügen an den Einlagen von „Clown Toni“.

Anröchte. Alle 14 Tage bekommen die Gäste in der Caritas-Tagespflege „Lebensbaum“ Anröchte ganz besonderen Besuch: Dann nämlich schlüpft die Mitarbeiterin Brigitte Zawislak in die Rolle des Clowns Toni.  

Die Diplom-Sozialpädagogin hatte sich als Beschäftigungstherapeutin der Tagespflege schon lange überlegt, wie sie den Senioren ein noch anregenderes Programm anbieten kann. Rund 45 Frauen und Männer im Alter zwischen 67 und 93 Jahren besuchen die Caritas-Tagespflege in der Hospital-Straße: Manche kommen täglich, manche nur an ausgesuchten Tagen.

Abwechslung ist etwas, was auch Senioren sehr schätzen. Und da kam die Sozialpädagogin bei einer Fortbildung auf die Idee, mal als Clown die Senioren zu unterhalten. Mithilfe einer Schauspielerin schlüpfte Brigitte Zawislak in verschiedene Rollen, testete sich aus und nahm schließlich  den Titel des Seminars: „Humor in der Pflege“ ganz wörtlich. Toni wurde geboren.

Während die Senioren nebenan noch nach der Mittagsruhe Kaffee und Kuchen genießen, packt Brigitte Zawislak die Siebensachen des Clowns zusammen, schminkt sich und latscht dann auf den Flur hinaus: Sind die Senioren im Aufenthaltsraum? Da erklingt auch schon der Ruf, auf den sie gewartet hat: „Toni, wo bist du denn“, ruft eine Seniorin. Natürlich wissen die Frauen und Männer, dass am Nachmittag der Zirkus lockt. Und dann können sie es kaum noch erwarten, dass der lustige Besucher eintritt.

 Schon beim ersten Auftritt  im Januar 2011 haben die Senioren in der Caritas-Tagespflegeeinrichtung Toni in ihr Herz geschlossen. Mal bringt der Spaßmacher einen Koffer mit, der seinen Inhalt langsam preisgibt, mal wird gezaubert, mal getanzt. „Jedes Mal gibt es Lieder, Komik und Darstellungen“, beschreibt die Diplom-Sozialpädagogin den Auftritt.

Dabei wird jeder Gast individuell begrüßt – manche erwidern den Gruß fröhlich, andere blicken ein wenig skeptisch, interessiert ist jeder. Jede Stunde ist anders. Alles, was Kindheitserinnerungen weckt, ist beliebt. Da werden alte Schlager mitgesungen, Seifenblasen werden weggepustet, die Tücher aus dem Koffer interessiert betastet. Immer wieder nimmt die Sozialpädagogin Kontakt zu jedem einzelnen auf, holt sie auf die Tanzfläche, geht auf Zwischenrufe ein, versucht, ganz ruhige Gäste aus der Reserve zu locken. „Vieles ergibt sich spontan. Es kommt darauf an, wie die Gäste reagieren“, beschreibt sie den Auftritt. 

Schnell geht die Stunde im Zirkus vorbei. Mit einem fröhlichen „Tschüss Toni“ winken die Senioren dem Clown nach, der aus dem Raum schlüpft. Und sich schon beim Umkleiden wieder Gedanken über den nächsten Auftritt macht.

 

 


24.05.2012
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