Aktuelle Ausgabe
2012-20

Pfarrgemeinderat in St. Meinolfus sammelt mit viel Fantasie für die Kirchensanierung

Ziegelsteine, Schokolade, Gala-Abend

Meinolfus-Steine kamen in der Gemeinde gut an. Die Aktion erbrachte 500 Euro für die Kirchensanierung.

Dortmund. Die St.-Meinolfus-Kirche in Dortmund-Wambel muss saniert werden. Wie in solchen Fällen üblich, ist die Gemeinde mit einem Eigenanteil bei den Kosten gefordert. Der Pfarrgemeinderat trommelt, um das Geld zusammen-zubekommen – mit viel Fantasie. 

von Matthias Nückel 

„Wir brauchen die Sanierung, weil unsere Kirche sonst in die Knie gehen wird“, beschreibt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Benjamin Wiedemann den Zustand des Gotteshauses. „Die Fenster müssen zum Beispiel abgedichtet werden, weil es teilweise schon reinregnet.“ Auch die tragenden Betonsäulen der Kirche sind angegriffen und müssen dringend repariert werden. 48000 Euro muss die Gemeinde für die Reparaturarbeiten selbst aufbringen. Etwas Geld sei zwar in der Rücklage, so Wiedemann, aber der Großteil müsse noch aufgebracht werden. „Das ist für uns als kleine Gemeinde mit 1600 Mitgliedern nicht leicht“, sagt er.

So machte sich der junge Pfarrgemeinderat mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren unter seinem erst 23-jährigen Vorsitzenden mit viel Engagement und noch mehr Fantasie daran, Spenden zu sammeln. „Im vergangenen Jahr haben wir kleine Ziegelsteine sowie eine Schokolade mit unserem Gemeindelogo verkauft“, erzählt der PGR-Vorsitzende. Beide Aktionen seien in der Gemeinde sehr gut angekommen. Jede dieser Aktionen erbrachte rund 500 Euro für die Kirchensanierung. Viele Familien konnten einfach der „himmlischen Versuchung“ der in der Schokoladenmanufaktur „Pott au Chocolat“ produzierten Süßigkeit nicht widerstehen.

Doch genug Geld ist noch nicht in der Kasse. So veranstaltete der Pfarrgemeinderat kürzlich einen Gala-Abend. „47 Gäste haben an diesem Abend mit einem leckeren Drei-Gänge-Menü teilgenommen. Zudem gab es gute Weine und Klaviermusik“, erzählt Benjamin Wiedemann. Zwei Köche konnten gewonnen werden, die die Speisen ehrenamtlich zubereiteten. Die Serviceaufgaben im Pfarrsaal übernahmen Mitglieder des Pfarrgemeinderates. „1000 Euro betrug der Gewinn an diesem Abend“, berichtet Wiedemann nicht ohne Stolz. Wenn es noch einige größere Spenden gebe, so fügt er an, wäre das für die Gemeinde sicher hilfreich.

Pfarrer Dr. Klaus Korfmacher wie auch dem Pfarrgemeinderat geht es jedoch nicht nur ums reine Spendensammeln. „Die Sanierung der Kirche betrifft alle Altersgruppen unserer Gemeinde“, sagt Korfmacher. „An sich ist es Aufgabe des Kirchenvorstandes, sich um die Finanzen zu kümmern“, so Wiedemann. „Deshalb versuchen wir ganz bewusst, nicht nur Geld zu sammeln, sondern das Interesse der Gemeindemitglieder zu wecken.“

Besonderen Focus legt der junge Pfarrgemeinderat zurzeit auf die Familienpastoral. Die zielgruppenorientierte Arbeit wird auch in den drei Sachausschüssen deutlich, die der PGR gebildet hat: „Familie“, „Kinder & Jugendliche“, „Männer & Frauen“.

Sein persönliches Engagement erklärt der junge Vorsitzende damit, dass ihm die gemeindliche Ebene sehr wichtig sei. So hat Wiedemann, der seit Jahren in der Pfadfinderarbeit aktiv ist, spontan ja gesagt, als er 2009 gefragt wurde, ob er für den PGR-Vorsitz kandidieren wolle. Weitere, auch junge Mitstreiter zu finden, war nach seinen Worten dann gar nicht schwer: „Wenn man den anderen sagt, ihr könnt mitgestalten, dann klappt es auch.

 

 


24.05.2012
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