Kommentar
ZdK auf Konfrontationskurs
von Matthias Nückel
Der Dialogprozess in der katholischen Kirche, den die Deutsche Bischofskonferenz angestoßen hatte, ist bisher gut verlaufen. Ob Bischöfe, Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) oder Verbände – nach dem ersten Treffen waren eigentlich alle zufrieden mit Inhalt und Stil der Debatten.
Ob das auch künftig noch der Fall sein wird, steht allerdings in den Sternen. Denn bei seiner jüngsten Vollversammlung ging das Zentralkomitee auf Konfrontationskurs. Mit großer Mehrheit wurde ein Papier verabschiedet, in dem das ZdK die Weihe von Diakoninnen fordert. Zugleich lädt das ZdK die Katholiken ein, dem Netzwerk „Diakonat der Frau“ beizutreten und den „Tag der Diakonin“ im April öffentlichkeitswirksam zu begehen.
Im Frühjahr noch hatte das Zentralkomitee das umstrittene Papier zur weiteren Beratung zurückgestellt. Warum es ausgerechnet jetzt, da der Dialog so gut begonnen hat, aus der Mottenkiste geholt wird, ist völlig unverständlich.
Das Zentralkomitee hat dem Dialogprozess – und auch sich selbst – mit diesem Beschluss einen Bärendienst erwiesen. So spricht der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Hans Langendörfer, von einer erheblichen Belastung der Gespräche zwischen Bischöfen und ZdK. Durch den Beschluss werde Druck aufgebaut, der dem Gesprächsprozess abträglich sei.
Diese Argumentation ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Gespräch lässt sich nur offen führen, wenn keine unerfüllbaren Forderungen aufgestellt werden. Das jedoch hat das ZdK gemacht. Diakoninnen kann es nur für die Weltkirche geben – oder nicht. Ein deutscher Sonderweg würde die Gefahr einer Kirchenspaltung mit sich bringen. Will das ZdK dies riskieren?






