Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die dritte „Marriage Week“ im Dekanat Unna stieß auf große Resonanz

Wollt Ihr einander lieben und ehren?

Ulrike und Alexander Tourneur (l.) waren auf Einladung von Michael und Ingrid Löblein vom Organisationsteam „Marriage Week“ im Forum Elternschule des Katharinen-Hospitals zu Gast.

Unna. Die Beziehung in der Ehe neu entdecken, als Erinnerung an das Eheversprechen oder die bewusste Neu-Entdeckung einer besonderen Zweisamkeit, die „Marriage Week“ bot Paaren aus dem Dekanat Unna die Gelegenheit dazu. Insgesamt elf Veranstaltungen vom klassischen Workshop über Gesprächskreise bis hin zu gemeinsamen Wanderungen bereitete das vierzehnköpfige Organisationsteam in Schwerte, Fröndenberg, Unna, Kamen und Lünen vor. 

von Elisabeth Plamper 

„Das Feuer war vorüber und unsere Liebe kalt, o-ho c’est la vie! Nur Alltag und Gewohnheit gab ihr noch etwas Halt, o-ho c’est la vie“, so beginnt ein Lied von Udo Jürgens. Doch es ist ein Lied mit Happy End, denn das Paar findet wieder zueinander.

„Eine Ehe wird eröffnet, nicht geschlossen“, sagen Ulrike und Alexander Tourneur. Eine Beziehung, die auch nach Jahren noch lebendig ist? Eine glückliche Familie und ein erfülltes Leben zu zweit? Geht das überhaupt? Für das Paar gibt es auf diese Fragen nur eine Antwort: „Ja“.

27 Ehejahre liegen hinter ihnen und fast genauso lange arbeiten die Tourneurs in der Paarberatung, bieten spezielle Seminare und Workshops an und geben anderen Paaren einen „roten Faden“ an die Hand, um dem alltäglichen „Ehewahnsinn“ zu begegnen und ihre Beziehung zu etwas Besonderem zu machen.

Jetzt waren sie auf Einladung von Ingrid und Michael Löblein vom Organisationsteam „Marriage Week“ im Forum Elternschule des St.--Katharinen-Hospitals zu Gast. „Die drei Säulen unserer Arbeit sind die Erfahrungen aus den Beratungsgesprächen, Erlebnisse aus dem praktizierten Alltag und Informationen aus einschlägiger Literatur. Den Paaren raten sie: „Reden Sie miteinander“. Es sei nicht so wichtig, was man rede, sondern dass man rede.

Dazu gehöre auch, über Erlebnisse im Alltag zu sprechen und Befindlichkeiten mitzuteilen. „Sich einfach gegenseitig auf den aktuellen Stand zu bringen, das ist gelebtes Interesse am Partner und stärkt den Zusammenhalt.“

Als Impuls sich mit dem „Liebsten“ auszutauschen, bekamen die Partner im Verlauf des Seminars verschiedene Fragebögen, die zunächst jeder für sich bearbeitete, um sich später über die Ergebnisse auszutauschen. Gemeinsamkeiten, aber auch gegensätzliche Ansichten, kamen plötzlich zur Sprache. Nicht selten hieß es ganz überrascht: „Das sollten wir mal wieder zusammen machen!“ oder „Das habe ich ja gar nicht gewusst!“

Die vielen Erfahrungen, die Ulrike und Alexander Tourneur in ihrer Arbeit gemacht haben, sollen demnächst auch in einem Buch nachzulesen sein. Ein Nachschlagewerk für Paare und junge Familien von Paaren soll es werden. „Aber wir sind nicht die alleinigen Autoren“, erläuterte Ulrike Tourneur. „Wir suchen noch Paare, die dieses Buch mit uns schreiben.“ Der Arbeitstitel heißt: „Wir schaffen das schon ...! Aber wie?“

„Die Marriage Week war wieder eine gute Gelegenheit, sich mit einem Angebot seiner Wahl als Paar bewusst in den Blick zu nehmen, einander zu würdigen und die Beziehung zu feiern und sich für den Ehealltag zu stärken“, fasst Mechthild Terhorst, die gemeinsam mit ihrem Ehemann zu den Organisatoren der Marriage Week zählt, zusammen. „Auch uns ist im Trott des Alltagsleben häufig nicht nach freudiger Feier unserer Beziehung zumute. Kinder, Job, persönliche Freizeitinteressen fordern uns Paare und bringen uns zuweilen auf Abwegen. Da ist eine Auszeit, zu der die Marriage Week einladen will, eine gute Erinnerung!“

Edgar Terhorst fügt hinzu: „Aber wenn ein Paar Freud und Frust, also Erfreuliches, Schönes wie auch Tiefpunkte und Rückschläge, auch wenn sie nur einen von beiden betreffen, in gegenseitiger Hilfe und Unterstützung miteinander meistert, dann wird ermesslich, was hier an Liebe im Spiel sein muss und wie gelingendes Leben mit Liebe einhergeht“. Das werfe ein Licht auf dass, was Gott mit seinen Geschöpfen vorhabe und warum die Ehe ein Sakrament sein müsse. „Wenn wir Ehepaare von ihrer Einmaligkeit überzeugt sind, dürfen wir das gerne zum Ausdruck bringen!“


24.05.2012
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