Aktuelle Ausgabe
2012-20

Hardehausen wird Zentrum der Landpastoral

„Wir kennen die Sprache des Dorfes“

Profilierung am Symbol von Sichel, Kelch und Buch: Arbeite, bete und lese: Die Theologen Stephan Kreye und Monika Porrmann mit Rektor Msgr. Prof. Dr. Konrad Schmidt.Foto: Schlichter

Hardehausen. Landvolkshochschule Anton Heinen, das ist seit 1949 ein fester Platz für das Landvolk im Erzbistum Paderborn. Und Landvolk, das war lange Jahre fast deckungsgleich mit Landwirtschaft. Landvolk, dieser Begriff wird künftig immer weiter gezogen in Hardehausen. Dort soll es um alle Menschen im ländlichen Raum gehen, um ihre Bedürfnisse, insbesondere in pastoraler Hinsicht. Dass die Kirche sich um das Land kümmert, das soll im neuen Profil noch deutlicher werden.

von Christian Schlichter

Die Umstrukturierung ist bei den Bildungshäusern des Erzbistums angekommen. Für den ländlichen Raum wird dabei die Landvolkshochschule in Hardehausen ihre Stärken ausspielen. Eine Angelegenheit, die Rektor Msgr. Konrad Schmidt angehen will. Gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern im Bereich Pastoral Stephan Kreye und Monika Porrmann stellte er dem DOM exklusiv die Neuausrichtung seiner Bildungsstätte vor. Deutlich dabei wurde, dass es weniger um ganz neue Dinge geht, die in Hardehausen angeboten werden. Eher in Form einer Feinjustierung soll künftig auf die besonderen Anfragen der Menschen auf dem Land eingegangen werden. Kirchlich, strukturell, soziologisch sind die Themenfelder dabei sortiert.
Tagungen für Schützen, Begegnungen für Frauengruppen, Einkehrtage, Studienzirkel, das gab es bislang bereits alles in der Landvolkshochschule. Künftig soll ein breites Angebot zur Unterstützung der Rätearbeit in den Pfarrgemeinden hinzukommen. Seminare werden sich dem liturgischen Dienst oder der Kommunionvorbereitung widmen. Und letztlich wird die Bildungsstätte in Hardehausen auch in die Priesterfortbildung eingebunden werden. Denn auch ihnen soll erläutert werden, wie ein Seelsorger mit Sprache und Mentalität einer ländlichen Bevölkerung umgehen muss.
„Die Dörfler haben eine eigene Sprache und die kennen wir hier“, weiß Rektor Msgr. Konrad Schmidt nicht ohne Stolz über sein Haus zu sagen. Auch die dörfliche Art zu Denken und zu handeln habe eine eigene Grammatik. So sei es auch nur sinnvoll, wenn das Bistum künftig alle Fragen, die sich um die Entwicklung des ländlichen Raumes aus Sicht der Kirche drehen, dort zentriert. „Das Bistum wird gewinnen durch die Vielfalt die sich in der Arbeit zeigt. In Hardehausen kann gesammelt und gebündelt werden“, beschreibt Monsignore Dornseifer, Chef der Paderborner Bistumspastoral, diese Konzentration (siehe unten). Hardehausen sei für ihn dabei aber künftig der Seismograf für die ländliche Entwicklung.
Trotz ihrer großen Erfahrung haben sich die Verantwortlichen um Rektor Msgr. Schmidt viel Mühe gemacht, um für die künftige Orientierung gerüstet zu sein. „Wir haben Kontakt mit den umliegenden Dekanaten aufgenommen und dort die Bedürfnisse und Interessen abgefragt“, beschreibt das Theologin Monika Porrmann. „Wo wird künftig der Nutzwert von Hardehausen gesehen?“, gingen die Planer sehr konkret in Programmwünsche hinein. Immer mit dem Blick, seelsorgliche und kirchliche Strukturen im ländlichen Bereich zu stützen. Und im Bewusstsein, dass es viele Frage rund um den ländlichen Raum gibt, die die Kirche angehen will.


24.05.2012
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