Aktuelle Ausgabe
2012-20

Dekanat Rietberg-Wiedenbrück stellt Neustrukturierung der Pastoralverbünde vor

„Wir brauchen größere Einheiten“

Dechant Josef Dieste (rechts) und Dekanatsreferent Matthias Stumpe zeigen die neue Aufteilung. Foto: Lakenbrink

Rietberg-Wiedenbrück. Aus zwölf mach sieben und später sechs. Das ist die Zielsetzung, die im Dekanat Rietberg-Wiedenbrück im Hinblick auf die Reduzierung der Pastoralverbünde in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. In Absprache mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat wurde nun ein erstes Konzept für die Strukturreform erarbeitet, das bis Ende September in den Gemeinden diskutiert werden soll.

von Ruth Lakenbrink

Ziel der Reduzierung der Pastoralverbünde von bislang zwölf auf sieben und ab 2022 auf sechs sei es, „Planungs- und Struktursicherheit für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 gewährleisten zu können“, erklärte Dechant Josef Dieste, der die Überplanung gemeinsam mit Dekanantsreferent Matthias Stumpe vorstellte. Einige der bereits bestehenden Pastoralverbünde seien auch im Dekanat Rietberg-Wiedenbrück zu klein, um personell ausreichend ausgestattet werden zu können. Denn: Jedem Dekanat gehe pro Jahr durchschnittlich ein Priester verloren, erklärte Stumpe.
„Wir brauchen größere Einheiten“, findet Dieste. Dies sei nötig, „um Synergieeffekte zu erzielen.“ So könne ein Pastoralverbund künftig nicht mehr wie bisher lediglich aus zwei Gemeinden bestehen. Gleichzeitig betrachtet der Dechant die Vergrößerung der Pastoralverbünde auch als Chance, „dass die Kirche vor Ort gestärkt wird.“ Schließlich habe die Pastoralverbunds-Bildung der vergangenen Jahre auch „schon viel gebracht“.
Eine weitere Möglichkeit zur Zusammenarbeit soll es künftig in den Pfarrgemeinderäten geben. Bei den Pfarrgemeinderatswahlen Anfang November können die Verbünde erstmals einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat wählen. Der Pastoralverbund Rietberg-Süd habe bereits eine dahingehende Bereitschaft signalisiert, so Dieste.
Selbstverständlich gebe es auch Pastoralverbundsleiter, die angesichts einer erneuten Vergrößerung nicht mehr weitermachen wollten. Diese hätten dann die Chance, sich wieder als Pfarrer im Pastoralverbund ihren seelsorgerischen Aufgaben zu widmen. Außerdem sollen die künftigen Leiter der Pastoralverbünde weiter verwaltungstechnisch entlastet werden.
 „Dieser Vorschlag ist nicht so unumstößlich wie das Amtsblatt, aber er wird nun ernsthaft in den Gemeinden diskutiert werden“, sagte Dieste. Und zwar bis Ende September. Dann erwarte das Erzbistum Paderborn die Rückmeldungen, damit die neue Struktur festgelegt und von Erzbischof Hans-Josef Becker in Kraft gesetzt werden könne. Umgesetzt werden sollen diese Maßnahmen dann im Wesentlichen bis 2015.
Betroffen von den Strukturänderungen sind vor allem die Gemeinden in Gütersloh, Rheda, Herzebrock-Clarholz und Rietberg. Gütersloh, derzeit in vier Pastoralverbünde aufgeteilt, soll zu einem einzigen Pastoralverbund zusammengefasst werden. Als möglicher Sitz des Pastoralverbundsleiters wurde St. Pankratius vorgeschlagen. Bis spätestens 2015 soll die Zusammenführung vollzogen sein.
Herzebrock-Clarholz sei einer dieser Fälle, wo die Pastoralverbünde zu klein seien, erklärte Dieste. Damit St. Christina und St. Laurentius nicht alleine bleiben, soll Rheda, bisher auch ein Pastoralverbund mit zwei Gemeinden, noch dazukommen. St. Christina in Herzebrock und damit die Mitte könnte der mögliche Sitz des Leiters sein. Spätestens 2014 sollen die Gemeinden zusammenarbeiten.
Der Pastoralverbund Reckenberg mit seinen bisher vier Pfarreien bleibt unverändert. Als möglicher Sitz des Leiters wurde St. Aegidius in Wiedenbrück angedacht. Auch der Pfarrverbund Stockkämpen mit seinen fünf Pfarrgemeinden soll so bestehen bleiben.
Die sechs Gemeinden in Rietberg, bislang in die Pastoralverbünde Kirchspiel Neuenkirchen und Rietberg-Süd aufgeteilt, sollen einen Pastoralverbund mit möglichem Sitz des Leiters in St. Johannes Baptist bilden. Die Pastoralverbünde Schloß Holte-Stukenbrock (5 Pfarreien) und Verl (3 Pfarreien) bleiben vorerst bestehen. Ab 2022 sollen sie fusionieren, sodass sich die Gesamtzahl der Pastoralverbünde im Dekanat dann auf sechs reduziert.


24.05.2012
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