Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Wieder viel heiße Luft

Eines der Haupt-Beratungsthemen beim Regierungsgipfel in Italien war der Klimaschutz. Auch wenn das Problem allgemein immer mehr in den Blick gerät, sind konkrete Schritte nicht in Sicht. Es bleibt bei Absichtserklärungen. 

Gerd Vieler (52) ist
Chef vom Dienst des DOM

Absichtserklärungen sind wichtig im politischen Geschäft, besonders dann, wenn viele Gesprächspartner mit am Tisch sitzen. Uneffektiv ist es allerdings, wenn es auf Dauer bei Absichtserklärungen bleibt, ohne Planung zum Umsetzen der Absichten. Seit Jahren werden zur bekannten Klimaproblematik Protokolle und Erklärungen erarbeitet. Doch eine erkennbare Verbesserung scheitert immer wieder an den Eigeninteressen der Länder. Auch beim jüngsten G-8-Gipfel in Italien kann unterstellt werden, dass nur viel heiße Luft um die Erderwärmung produziert wurde.
Inzwischen stellt niemand mehr infrage, dass das Eis an den Polkappen rapide schmilzt und das Ozonloch immer größer wird. Auch der Zusammenhang dieser Phänomene mit dem steigenden CO2-Ausstoß wird ernsthaft kaum bestritten. Doch der Einsicht fehlt die Tat. Mit einer Vogel-Strauß-Einstellung versucht die immer größer werdende Zahl von Versursachern das Problem zu ignorieren, weil die eigene Betroffenheit noch nicht oder das Finanzinteresse zu groß ist.
Wahrscheinlich hilft da nur der alte, bekannte Öko-Spruch: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“
Erst wenn diese Betroffenheit bei den Verhandelnden am eigenen Leibe zu spüren ist, werden den Erklärungen auch Taten folgen.


24.05.2012
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