Männergruppe im Schönstatt-Zentrum Benhausen
Wenn Männer glauben wollen
Paderborn-Benhausen. Auch Männer können fromm sein und über ihren Glauben sprechen. Aber sie wollen auch anpacken. Das beweist die Männergruppe am Schönstatt-Zentrum Benhausen.
Elf Männer sitzen in der Runde im Josef-Kentenich-Haus in Benhausen. Über die Religiosität von Männern unterhalten sie sich, dass diese genauso fromm seien wie Frauen, „nur eben anders“. Dass Männer ihren Glauben manchmal nicht so deutlich zeigen könnten, aber doch nach Formen suchten, um auszudrücken, was sie im Inneren beschäftigt. Die Form, ihrer inneren Suche nach Gott eine äußere Gestalt zu geben, haben diese Männer in der geistlichen Gemeinschaft der Schönstatt-Gemeinde gefunden.
Die Schönstatt-Gemeinde ist eine marianische Gemeinschaft. Maria, das Bild der Mutter Jesu, kann auch Männern helfen, einen ganzheitlichen Zugang zu Gott und dem Glauben zu finden. Davon zeigt sich Dieter Große Böckmann überzeugt, der pensionierte „Lehrer aus Leidenschaft“, wie er sich nennt. „Im Anschauen deines Bildes werden wir verwandelt!“, heißt es in einem Kirchenlied. Wenn er Maria anschaue, das Bild der Gottesmutter mit ihrem kleinen Sohn, wie es auch in der Benhauser Schönstatt-Kappelle über dem Altar ausgestellt sei, dann lerne er, sich als Kind Gottes zu fühlen, so bestätigt Hans Aust, 86 Jahre alt und seit 54 Jahren Priester. „Da passiert bei mir was!“ Dabei gehe es in der Schönstatt-Spiritualität aber nicht zuerst um religiöse Gefühle, sondern um eine persönliche Gottesbeziehung, ein inneres Verhältnis zu Gott, das verwandelnde Kraft entfaltet, versichert Dieter Große Böckmann. Dafür Gelegenheit zu schaffen, sei Ziel der Schönstat-Gemeinschaft. Maria sei ein Mittel, ein möglicher Weg, der es leichter mache, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. „Dass wir persönlich erfahren: Gott ist wirklich in unserer Mitte, das ist das Entscheidende!“ Daran, ob sie dieser Erfahrung näher brächten, seien alle pastoralen Aktivitäten zu messen, meint auch Matthias Kamphans. Der junge Vikar aus Hövelhof berichtete der Männerrunde über seine Erfahrungen im ersten Priesterjahr, die er als sehr positiv beschreibt. „Die Menschen brauchen uns. Und sie suchen Gott.“
Männliche Spiritualität muss auch einen praktischen Bezug haben. Das ist für diese Schönstatt-Männer ausgemacht. Das Bild der sorgenden Mutter Maria helfe ihnen, der erfahrenen Liebe Gottes auch entsprechende Taten folgen zu lassen. „Sie sagt uns nicht nur: Gott liebt dich, sondern auch: Gott braucht dich.“ Pfarrer Aust kann dies aus seiner Erfahrung bestätigen: „Was Männer zusammenhält, sind Aufgaben.“ So betet diese Truppe nicht nur zusammen. Sie haben Pilgerhaus und Kapelle mitgebaut und halten jetzt das Gelände und die Gebäude in Ordnung.
Sonst handfestem Tun zugeneigt, steht in dieser Männergruppe jeden ersten Samstag im Monat das Geistliche im Vordergrund. Sie beginnen den Tag um acht Uhr mit dem gemeinsamen Gebet des „Engel des Herrn“, feiern in der Kapelle Eucharistie, um anschließend im Pilgerheim zu frühstücken. Diesmal ließen sie sich danach von Vikar Kamphans zum Gespräch anregen und standen dem DOM Rede und Antwort.
Einige dieser Männer musste Gott erst einen langen Weg führen, bis sie in der Schönstatt-Gemeinde ihre geistliche Heimat fanden. Der eine berichtet von schweren Enttäuschungen, die ihm die Kirche bereitet habe, sodass er sich dem Glauben entfremdete. Ein Kollege nahm ihn schließlich zu Schönstatt mit, wo er sich erstmals in seiner religiösen Suche persönlich angesprochen fühlte. Mehrere dieser Runde entstammen keinem religiösen Elternhaus, fanden erst über die Schönstatt-Gemeinde zum Glauben. Dieter Große Böckmann etwa versichert: „Existiert Gott und was bedeutet er für mich? Diese Frage treibt mich immer wieder um!“ Die Schönstatt-Spiritualität biete keine nostalgisch-rückwärtsgerichtete Beruhigung, sondern fordere immer wieder heraus, bestätigt auch Wolfgang Spiller. „Da werde ich in Bewegung gehalten, immer wieder in meinem Gottesbezug herausgefordert.“ Wenn in der Schönstatt-Spiritualität vom „Liebesbündnis“ die Rede sei, beinhalte dies den Anstoß, das Verhältnis zu Gott ständig zu erneuern.&nb






