Kommentar
Weiter in Bedrängnis
von Andreas Wiedenhaus
Ägypten kommt nicht zur Ruhe: Die aktuellen Auseinandersetzungen mit Toten aufseiten der Kopten machen deutlich, dass die christliche Minderheit dort äußerst gefährdet ist. Wie sehr die Kopten derzeit auf die Solidarität aller Christen angewiesen sind, haben Papst Benedikt VXI. und die Europäische Bischofskonferenz erklärt.
Das Land am Nil ist in einer ebenso schwierigen wie entscheidenden Phase des Umbruchprozesses: Wenn ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Glaubensrichtungen nicht gelingt, wird ein „neues“ Ägypten kaum entstehen können.
Ihr Land sei in diesem Zusammenhang auf einem guten Weg, versicherte die ägyptische Botschafterin beim Heiligen Stuhl. Allerdings räumte sie ein, dass Gleichberechtigung zwischen Muslimen und Christen trotz aller Bemühungen manchmal nur auf dem Papier stehe. Auch der Papst würdigte die Anstrengungen von Politik und Behörden.
Erste Schritte scheinen also gemacht. Doch die entscheidenden Schritte müssen die Menschen tun, wenn sie ungeachtet ihrer Religion aufeinander zugehen, um ihr Land gemeinsam in eine positive Zukunft zu lenken.
Sonst besteht die Gefahr, dass in dieser Phase des Übergangs bürgerkriegsähnliche Zustände erwachsen, die das Land dauerhaft nicht zur Ruhe kommen lassen. Dann wären alle Hoffnungen dahin – nicht nur für die Christen. Ein später Triumph für den Clan des verhassten Despoten Mubarak.






