Aktuelle Ausgabe
2012-20

Der katholische Kindergarten St. Clemens verkauft den echten Nikolaus

Weihnachtsmann-Korrektur

„Weihnachtsmannfreie Zone“ bei St. Clemens (v. l.): Elke Käuper, Annette Dreier, Pfarrer Heinrich Wieczorek. Foto: Lakenbrink
Bischofsinsignien statt Zipfelmütze bei der Firma Hauswirth.

Rheda-Wiedenbrück. Sie stehen in jedem Supermarkt, haben aber mit Advent im christlichen Sinne so gar nichts zu tun: die Weihnachtsmänner aus Schokolade. Grund genug für den St.-Clemens-Kindergarten in Rheda mit dem Verkauf von echten Schoko-Nikoläusen wieder an die ursprüngliche Tradition zu erinnern.

von Ruth Lakenbrink

„Ich habe selber kleine Kinder und weiß, wie schwierig es ist, Bücher zu finden, die nichts mit dem Weihnachtsmann zu tun haben, sondern vom Nikolaus und dem Christkind erzählen“, weiß Elke Käuper aus eigener Erfahrung zu berichten. Und so war die junge Mutter gleich begeistert, als sie vor zwei Jahren im WDR-Lokalfernsehen von den echten Nikoläusen aus Schokolade und der „weihnachtsmannfreien Zone“ erfuhr. Schnell reifte die Idee, auch in Rheda solch süße und sinnvolle Nascherei zu verkaufen und das Ganze mit einem positiven Lerneffekt der kleinen Konsumenten zu verbinden. Die Idee stieß bei anderen Müttern aus dem St.-Clemens-Kindergarten gleichermaßen auf Gegenliebe wie bei dessen Leiterin Annette Dreier. Auch Gemeindepfarrer Dr. Heinrich Wieczorek freute sich über die Möglichkeit, „den Kindern die Wahrheit zu sagen und die Richtung vom Weihnachtsmann zu korrigieren“. So könnten die Kinder auf spielerische Weise lernen, dass der Nikolaus auch ein Bischof war, „mit den gleichen Insignien wie der Bischof, der zu ihnen zur Firmung kommt“.
Im vergangenen Jahr wurden erstmals 1000 Schoko-Nikoläuse der österreichischen Firma Hauswirth bestellt. Binnen weniger Tage waren alle verkauft. Daher hat der Kindergarten in diesem Jahr gleich 1500 der 150 Gramm schweren Schokofiguren geordert. „Wenn wir bis dahin noch welche haben sollten, werden wir diese beim Adventskrämchen in Rheda verkaufen“, berichtet Dreier. Doch angesichts der erneut sehr positiven Resonanz der Gemeinde ist fraglich, ob der Vorrat bis Anfang Dezember noch reichen wird. Mehr als 500 Nikoläuse wurden bereits kurz nach dem Eingang der Lieferung verkauft, zu einem Stückpreis von 1,50 Euro. Der Erlös kommt dem St.-Clemens-Kindergarten zugute, der sich derzeit zum Kneipp-Kindergarten zertifizieren lässt.


24.05.2012
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