Aktuelle Ausgabe
2012-20

Pfarrer aus Marienmünster bringt Reliquie des Paderborner Diözesanpatrons Liborius nach Polen

Von Le Mans nach Oberschlesien

Pfarrsekretärin Martina Potthast (links) und Angelika Dreier war es vorbehalten, die Reliquienmonstranz gemeinsam mit Pastor Mariusz Sobek (links) und Pfarrer Helmut Golletz beim Einzug zum Hochamt in die Kirche von Kreuzthal zu tragen. Foto: Köhne

Marienmünster. Mit der Übergabe von Liboriusreliquien aus Paderborn besiegelte sich eine partnerschaftliche Beziehung zwischen der Pfarrgemeinde Bredenborn im Dekanat Höxter und der oberschlesischen Gemeinde Krzyzowa Dolina. 

von Josef Köhne 

Die kleine Kirchengemeinde Krzyzowa Dolina trug vor dem Zweiten Weltkrieg den Namen Kreuzthal. Aufgewachsen ist dort der Priester Helmut Golletz, der 1994 von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Pfarrer der Gemeinden  Bredenborn und Kollerbeck berufen wurde. Schon kurze Zeit nach der Übernahme der Pfarreien bemühte sich Pfarrer Golletz um Kontakte zwischen den Menschen in seiner oberschlesischen Heimat und seinen Gemeindemitgliedern in Marienmünster. Das Kennenlernen  führte dazu, dass sich mit finanzieller Hilfe aus Bredenborn und Kollerbeck ein lang gehegter Wunsch in die Tat umsetzen ließ: Die nicht mehr benötigte Dorfschule von Kreuzthal wurde zur Kapelle umgebaut und 2001 mit der Weihe der oberschlesischen Bevölkerung übergeben. Später kam ein Glockenturm mit drei Bronzeglocken hinzu. 

Geweiht ist das neue Gotteshaus dem heiligen Liborius, dem Schutzpatron der Erzdiözese Paderborn und der Gemeinde Bredenborn. „Es war die erste Kirche in Polen, die seinem Patrozinium unterstellt ist“, sagt Pastor Golletz. Als Priester der Erzdiözese Paderborn war es ihm deshalb ein Herzensanliegen, eine Reliquie dieses Heiligen für seine Heimatgemeinde zu erhalten und sie der ersten Liboriuskapelle auf polnischem Gebiet zu schenken. 

Daher bat Helmut Golletz im Mai Erzbischof Hans-Josef Becker um über Überlassung einer Reliquie des heiligen Liborius für die Gemeinde St. Liborius Kreuzthal. Bereits am 14. Juni teilte das Metropolitankapitel Paderborn ihm mit, dass man seiner Bitte entsprechen und ihm die letzte noch verbliebene Reliquie aushändigen werde. 

Mit dem in einem goldenen Reliquiar gefassten Partikel machte sich Pfarrer Golletz im Oktober auf den Weg nach Kreuzthal, um sein Geschenk am zehnten Jahrestag der Kapellenweihe in einem feierlichen Hochamt zu übergeben. Begleitet wurde er von Marienmünsters Bürgermeister Robert Klocke und Kirchenvorstand Heinz Bernd Meyer. 

Pfarrer Golletz, der 2007 Freundschaftsverträge zwischen den Pfarrgemeinden Bredenborn, Kollerbeck und Krzyowa Dolina vorbereitete, erinnerte in seiner Predigt an die Freundschaft zwischen den Diözesen Paderborn und Le Mans. „Sie ist zustande gekommen durch die Schenkung der Reliquien des heiligen Liborius. Ich bin mir sicher, dass auch die Freundschaft der Gemeinden Kreuzthal, Kollerbeck und Bredenborn mit Hilfe des heiligen Liborius ewig währen wird“, sagte er. 

Nach der in Konzelebration mit dem Ortsgeistlichen Janusz Gorka und Pastor Mariusz Sobek gefeierten Messe waren Pfarrer Helmut Golletz und seine Begleitung aus Marienmünster zu einem Fest auf dem zum katholischen Gemeindezentrum ausgebauten ehemaligen Schulgelände eingeladen. 


24.05.2012
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