Seit der Gründung führt Bruno Meissner die Chronik der Rahmer Heilig-Kreuz-Gemeinde
Vier Jahrzehnte in sechs Mappen
Dortmund-Rahm. Vielleicht liegt es an dem Beruf, den Bruno Meissner ausgeübt hat: 36 Jahre lang war der Techniker im Bochumer Opel-Werk für die Logistik und Betriebsabläufe zuständig. In der Rahmer Heilig-Kreuz-Gemeinde hat der 69-Jährige seit der Grünung vor 40 Jahren die Gemeindechronik geführt. Und das mit solcher Akribie und Genauigkeit, dass auch in diesem ehrenamtlichen Bereich alles „perfekt lief“.
von Andreas Wiedenhaus
Die sechs großen Mappen, in der die Gemeindegeschichte gesammelt ist, werden nicht nur permanent auf dem aktuellen Stand gehalten, sie stehen auch selbst oft im Mittelpunkt des Interesses: Gerade, als die Gemeinde ihr 40-jähriges Bestehen feierte, warfen viele der Besucher und Gäste einen Blick in die Alben, die in Zeitungsberichten, Fotos und Dokumenten die Jahrzehnte lebendig und präsent gehalten haben.
Mittlerweile sind auch die Ereignisse des 40. Gemeindegeburtstages festgehalten: Das Festhochamt mit dem aus Dortmund stammenden Weihbischof Matthias König, die Dankandacht mit vielen ehemaligen Messdienern, der gemeinsame Rückblick, die Gratulationen und Grußworte sowie nicht zuletzt das liebevoll gestaltete Abendbüfett, das die Jubiläumsfeiern kulinarisch abrundete.
Ein weiterer Mosaikstein in der Chronik der vergangenen vier Jahrzehnte. Vom ersten Gottesdienst in der Jungferntaler Schulaula, als die Katholiken in Rahm/Jungferntal noch zur Muttergemeinde St. Josef in Kirchlinde gehörten. Über die ersten Planungen einer Kirche mit Gemeindezentrum bis zur Weihe des eigenen Gotteshauses 1975. 1987 wurde die Heilig-Kreuz-Gemeinde selbstständige Pfarrei, 1996 wurde erneut gebaut: Das Gemeindezentrum wurde umgestaltet, eine neue Kirche entstand. 1998 wurde sie vom damaligen Weihbischof Heinz-Josef Algermissen geweiht. 2002 folgte eine weitere Veränderung: Die beiden Pfarreien St. Josef und Heilig Kreuz schlossen sich zum Pastoralverbund Kirchlinde-Rahm zusammen.
Neben den Fotos sind es vor allem die zahlreichen Originaldokumente und -schriftstücke, die die Chronik so wertvoll für die Gemeinde machen. Hinzu kommen ungezählte Unterschriften – von Besuchern aus der polnischen Partnergemeinde bis zu französischen Gästen zum Weltjugendtag oder der Bischöfe und Weihbischöfe aus Paderborn.
Bruno Miessner ist in den vergangenen 40 Jahren nichts entgangen, schließlich war er als Mitglied und Vorsitzender des Pfarrgemeinderates sowie als langjähriger Vorsitzender des Dekanatspastoralrates immer nah am Geschehen.
Zwar, so der 69-Jährige halte er schon seit einiger Zeit nach einem Nachfolger Ausschau, doch bis dieser gefunden sei, mache er gern weiter. Einmal allerdings hatte Bruno Meissner mit einer Anfrage für die Chronik Pech: „Ein Grußbrief unserer Gemeinde, den ich anlässlich einer Romfahrt 1984 für Papst Johannes Paul II. mitgenommen hatte, kam nicht ans Ziel.“ Zurück kam er mit der Unterschrift und einem Gruß von „Kardinal Joseph Ratzinger“. Aus heutiger Sicht kann die Gemeinde mit einem Augenzwinkern also doch noch sagen: „In unserer Chronik befindet sich sogar ein Brief des Papstes!“







