St. Laurentius in Arnsberg ist seit 150 Jahren Propstei
Ungewöhnliche Auszeichnung
Arnsberg (jon). Es war eine besondere Ehre, die der Arnsberger Pfarrkirche St. Laurentius vor 150 Jahren zuteil wurde. Der „Bekennerbischof“ Konrad Martin erhob die ehemalige Kirche des Klosters Wedinghausen mit Genehmigung des damaligen Papstes Pius IX. zur „Propstei“. Das hat die Propsteigemeinde jetzt mit einer Festwoche gefeiert.
von Propst Dr. Achim funder
Als Bischof Konrad Martin von seiner ersten Romreise zurückkam, kehrte er nicht mit leeren Händen nach Paderborn zurück. Für sein Bistum konnte er eine Reihe von außergewöhnlichen Gunst-Erweisen des von ihm verehrten Pontifex, Papst Pius IX. (1846-1878), mitbringen. Dazu gehörte die Rangerhebung von sechs bedeutenden Kirchen seines Bistums zu „Propsteikirchen“. Diese Auszeichnung war neu und ungewöhnlich, sie wurde in den kommenden Jahrzehnten weiteren Kirchen, vor allem im Nordwesten Deutschlands, verliehen. Unter ihnen ist auch die Pfarrkirche St. Laurentius zu Arnsberg, die ehemalige Klosterkirche des Prämonstratenserklosters Wedinghausen. Konrad Martin würdigte damit die Geschichte und die Bedeutung des 1803 säkularisierten Chorherrenstiftes in seiner engen Verbindung zum Erzstift Köln, das in Arnsberg als Sitz der Regierung des Herzogtums Westfalen so etwas wie seine zweite Hauptstadt hatte. Durch den Aufenthalt des Domkapitels und zeitweise auch des letzten Fürstbischofs von Köln während der Zeit der napoleonischen Herrschaft der Franzosen am Rhein zwischen 1794 und 1803 hatte sich das Kloster als dem Bischof treu verbunden gezeigt. Diese Treuebindung wollte Konrad Martin gewiss stärken und nun auf die noch junge Verbindung zum Paderborner Bistum übertragen, dem Arnsberg ja erst seit 1821 durch die Neugliederung der Diözesen in der Bulle „De salute animarum“ zugehörte.
Dass die Arnsberger Katholiken und die ganze Bürgerschaft mit großer Freude diese päpstliche und bischöfliche Auszeichnung entgegengenommen haben, zeigt sich in der dankbaren Errichtung des heute noch bestehenden Kreuzweges und der Kreuzkapelle, welche 1868 vollendet wurde. Die Erhebung zur Propstei hat auch in den großen Herausforderungen des Kulturkampfes zwischen Preußen und der katholischen Kirche die Arnsberger Katholiken in ihrer Kirchentreue bestärkt.
Die Propsteigemeinde hat in einer Festwoche das 150. Jubiläum der Propsteierhebung gefeiert. Höhepunkte waren das Jubiläumskonzert mit Musikern aus der Propsteigemeinde sowie die Bischofsmesse mit Weihbischof Matthias König, der sich das Gemeindefest anschloss. Zahlreiche Arnsberger nutzten die Gelegenheit, ihre Verbundenheit mit der Propstei zu zeigen.
Zum Jubiläumsjahr erscheint im Herbst ein Buch über die Arnsberger Pröpste. Die Lebensbilder des ersten Pfarrers nach der Aufhebung des Klosters, Friedrich Adolf Sauer, und der Arnsberger Pröpste zeichnen ein Bild des katholischen Lebens dieser wichtigen Pfarrei. Als Sitz des künftigen Pastoralverbundes Arnsberg wird sie auch in der Zukunft ein wichtiger Ort des geistlichen Lebens in Arnsberg bleiben.








