Dekanat Rietberg-Wiedenbrück unterstützt Notfallbegleiter im Kreis Gütersloh
Überraschung zum 10-Jährigen
Wiedenbrück. Sie sind zur Stelle, wenn Menschen ganz plötzlich und unvorbereitet mit Extrem-Situationen konfrontiert werden: die 35 Notfallbegleiter im Kreis Gütersloh. Ob bei Unfällen, Bränden, Katastrophen oder mittlerweile auch mehr und mehr häuslichen Todesfällen – seit nunmehr 10 Jahren sind sie vor Ort, wenn Betroffene zwischen Panik, Trauer und Schock jemanden zum Reden oder manchmal auch einfach nur ein offenes Ohr brauchen. Zwar seien die Notfallbegleiter dabei ausschließlich ehrenamtlich aktiv, erklärt Wolfgang Bender, Diöze-sanbeauftragter für die Notfallseelsorge im Erzbistum Paderborn, doch aufgrund entstehender Kosten von Ausrüstung, Fortbildung und Fahrten sei man ganz maßgeblich auf Spenden angewiesen. Passend zum 10-Jährigen kam da nun ein „Geschenk“ aus dem Dekanat Rietberg-Wiedenbrück genau richtig.
von Stefan Niggenaber
Die Menschen im Kreis Gütersloh wüssten, was sie an den Notfallseelsorgern haben, sagt Dechant Josef Dieste. Das mache unter anderem die stattliche Kollekte deutlich, die er jetzt an die Notfallseelsorger übergeben konnte. Im gesamten Dekanat hatten die einzelnen Kirchengemeinden an einem beliebigen Sonntag dazu aufgerufen, ein kleines Opfer für die gute Sache zu bringen, dabei hätten sich die Spenden schließlich auf stolze 3 867,69 Euro summiert.
Diese wurden jetzt in den Räumen des Dekanatsbüros am Wiedenbrücker Kirchplatz übergeben, wobei Wolfgang Bender und Marco Beuermann, Sprecher der Notfallseelsorge des evangelischen Kirchenkreises, noch einmal gemeinsam die Gelegenheit nutzten, den Anwesenden aus der täglichen Praxis zu berichten. Die Spende komme genau richtig, denn: Der Bedarf der Notfallseelsorge belaufe sich allein im Kreis Gütersloh jährlich auf rund 7 000 Euro. Kosten entstünden der Gruppe nicht nur durch Aus- und Fortbildungen, „auch die Ausrüstung sowie die laufenden Kosten schlagen ordentlich zu Buche“, berichtete Wolfgang Bender. Derzeit beliefen sich die Begleitungen auf durchschnittlich rund 50 Einsätze im Jahr. Zudem treffe sich die 35-köpfige Gruppe einmal im Monat, um Erlebnisse zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Notfallseelsorge bedürfe einfach eines ständigen Austauschs, weiß Marco Beuermann. Da spiele auch der gesellschaftliche Wandel mit. Die Gesellschaft sei bunter, vielfältiger und multikultureller geworden. Da müsse man zum Beispiel wissen, wie man mit Betroffenen umgeht, die muslimischen Glaubens sind. Auch die häuslichen Todesfälle seien in den vergangenen Monaten und Jahren rasch angestiegen, denn viele ältere Menschen wohnten heute nicht unbedingt mehr mit Kindern und Enkeln unter einem Dach.
Unterm Strich wüssten die Kreise und Städte das Engagement der 35 ehrenamtlichen Notfallseelsorger schon zu schätzen, dessen ist sich auch Wolfgang Bender durchaus bewusst. Allerdings dürften sich die Kommunen in diesem Punkt finanziell nicht ganz aus der Verantwortung stehlen. Deshalb möchte der Diözesanbeauftragte die Verantwortlichen an dieser Stelle noch einmal dazu ermuntern, sich gern durch Geld- oder auch Sachspenden an der Arbeit der Notfallseelsorge beteiligen zu dürfen.







