Junge Malteser engagieren sich mit dem Theaterstück „Romeo und Julia“ für Behinderte im Libanon
Tragische Romanze dient gutem Zweck
Gütersloh. Vorhang auf für „Romeo und Julia“ im Gütersloher Theater: Am Samstag, 26. November, um 19 Uhr gastiert „Libanon on Stage“, das Benefiztheater der Gemeinschaft Junger Malteser, zum ersten Mal in der Dalkestadt. Mit ihrem Auftritt setzen sich die jungen Darsteller und weitere Förderer für die Verbesserung der Lebensumstände von kranken und behinderten Menschen im Libanon ein. Die Nettoerlöse werden komplett zur Finanzierung des Hilfsprojektes verwendet. Der Kartenvorverkauf läuft über die städtischen Vorverkaufsstellen.
Entstanden ist das Engagement der Gemeinschaft im Libanon während der privaten Reise zweier junger Männer im Jahr 1997. Als Mitglieder der Malteser-Jugendkommission besuchten sie das größte Heim für behinderte Menschen in Beirut und waren erschüttert über die Lebensumstände dort. In vielen libanesischen Familien als Schande angesehen, werden behinderte Kinder oft ausgesetzt und kommen notdürftig in Heimen unter. Die Arbeit mit behinderten Menschen wird im Land kaum unterstützt, sodass die christlichen Ordensschwestern in den Einrichtungen wegen dramatischer Personal- und Materialengpässe nur die schlichte Aufbewahrung und Ernährung leisten können. Gemeinschaftsaktivitäten, liebevolle Betreuung oder gar Förderung sind den Bewohnern völlig fremd. Als Folge entwickeln viele Verhaltensstörungen, Hospitalismus oder selbstverletzendes Verhalten.
Gegen diese Zustände wollten die beiden jungen Malteser etwas unternehmen. Im folgenden Jahr kehrten sie mit 27 Freunden zurück, um den Bewohnern einen Ferienaufenthalt zu ermöglichen und sie so für kurze Zeit aus ihrem trostlosen Alltag herauszuholen. In zweiwöchigen Sommercamps erfahren die behinderten Gäste liebevolle Zuwendung und persönliche Betreuung in einem Haus in den libanesischen Bergen. Inzwischen sind Teams aus europäischen und libanesischen Jugendlichen jeden Sommer zwei Monate lang Gastgeber für 180 behinderte Menschen.
Um ihre Schützlinge auch im Alltag unterstützen zu können, weiteten die Organisatoren ihr Engagement aus, etwa auf konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation in den Heimen, materielle Hilfen für Therapien und Schulbesuch sowie die Schaffung eines freiwilligen sozialen Halbjahres für junge Erwachsene im Libanon. Hierfür wurden trotz der Unterstützung durch den Malteserorden und mehrere private Spender weitere finanzielle Mittel benötigt. Zur Finanzierung entstand die Idee des Benefiztheaters.
An der Aufführung von „Romeo und Julia“ sind etwa 30 Darsteller beteiligt. Hinzukommen über 50 weitere freiwillige Helfer, die den Ablauf der Tournee in den beteiligten Städten organisieren. Seit 2005 probt das Team unter der Regie des Schauspielers und Regisseurs Severin von Hoensbroech jedes Jahr ein neues Theaterstück. Das bringt die Truppe in den Aufführungsorten Hamburg, Frankfurt, Berlin, München und Köln auf die Bühne. Die Vorstellung in Gütersloh ist Premiere und einmaliges Gastspiel zugleich. Unterstützung erhält die Aktion von Miele-Geschäftsführer Reinhard Zinkann, weiteren Förderern und dem Malteser Hilfsdienst Gütersloh.







