Aktuelle Ausgabe
2008_46

Noch bis zum 31. August im alten Kapitelsaal zu sehen

Wanderausstellung zum Löwen von Münster

Der Kardinalshut von Clemens August Kardinal von Galen. Er starb nur vier Wochen nachdem der Papst ihm den Purpur verliehen hatte. Foto: Vieler

Paderborn. Mit der Schau einer Wanderausstellung ehrt das Erzbistum Paderborn zum Liborifest den ehemaligen Bischof von Münster, Kardinal Clemens August von Galen. Zu sehen ist die Ausstellung im erst kürzlich wiederhergestellten alten Kapitelsaal im jetzigen Paderborner Generalvikariat noch bis zum 31. August. Die vom Bistum Münster zusammengestellte Sammlung zeigt in einem Überblick den Lebensweg des als „Löwen von Münster“ bekannten Bischofs. 

Auf Schautafeln wird in Fotografien, Faksimiles und erläuternden Texten die Geschichte Clemens August von Galens geschildert. Das reicht von der Herkunft aus aus einer westfälischen Adelsfamilie, über die behütete Kindheit im Oldenburger Münsterland des ausgehenden 19. Jahrhunderts und die ersten Stationen des späteren Bischofs und Kardinals als Gemeindepfarrer in Berlin und Münster zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das zentrale Thema der Ausstellung ist die Auseinandersetzung des Bischofs mit dem Regime der Nationalsozialisten von ihren Anfängen in den ersten Amtsjahren nach seiner Wahl 1933 bis zu den drei berühmten Predigten im Sommer 1941. Im Frühjahr 1946 wurde Galen zum Kardinal ernannt. Am 22. März 1946 verstarb er in Münster an einem zu spät erkannten Blinddarmdurchbruch. Den Abschluss der Ausstellung bilden die Vorbereitungen sowie Ferein der Seligsprechung im Oktober 2005 in Rom.
Die Schautafeln sind zweiteilig aufgebaut und zeigen zum einen wichtige Etappen im Leben von Galens, zum anderen die während seiner Lebenszeit zentralen politischen Ereignisse vom Deutschen Kaiserreich bis zur Nachkriegszeit. Die Präsentation macht die Besucher mit den historischen Zusammenhängen in der Biografie des Kardinals bekannt und richtet sich ausdrücklich auch an junge Menschen und außerkirchliche Kreise ohne diesbezügliches Vorwissen.
Außerdem werden verschiedene Exponate gezeigt, die aus dem persönlichen  Gebrauch des Kardinals stammen oder auf andere Weise mit seiner Biografie verbunden sind. Zu den eindrucksvollsten Ausstellungsstücken gehört die Zeremonialtracht von Galens, die dieser anlässlich seiner Erhebung in den Kardinalsstand und bei seiner triumphalen Rückkehr in Münster getragen hat. Diese sogenannte Cappa magna wird zum ersten Mal seit 1946 öffentlich ausgestellt, heißt es in einem Begleittext zur Ausstellung.


21.11.2008
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