Aktuelle Ausgabe
2012-20

Tagespflegehaus St. Barbara in Bad Lippspringe will Senioren einen möglichst normalen Alltag bieten

Tagespflege als Heimalternative

Annelise Melzer war eine der ersten Gäste im Tagespflegehaus St. Barbara in Bad Lippspringe. Links Hausleiterin Karin Ivanda, in der Mitte Heike Zimmermann von der Caritas-Sozialstation. Foto: Flüter

Bad Lippspringe. Tagespflege ist ein Angebot für ältere Menschen, die zu Hause wohnen bleiben wollen, dafür aber Hilfe im Alltag brauchen. Tagespflege entlastet aber auch pflegende Familienangehörige. Sie ist damit eine wichtige Ergänzung zur häuslichen Pflege. Das neue Tagespflegehaus St. Barbara in Bad Lippspringe arbeitet eng mit der Sozialstation zusammen.   

von Karl-Martin Flüter 

Wenn Heike Zimmermann, die Leiterin der Bad Lippspringer Caritas-Sozialstation St. Vincenz I, Beratungsgespräche mit Klienten und deren Angehörigen führt, weist sie auch auf die Tagespflege hin. „Tagespflege ist genau das Richtige für die meisten älteren Menschen, die zu Hause leben. Da kommen sie auch wieder mit Anderen zusammen“, sagt die Krankenschwester. Obwohl die Tagespflege auch den Alltag Pflegender erleichtert, tun sich viele Familien schwer damit, ihre Angehörige anzumelden. 

Weil die Tagespflege immer noch weithin unbekannt ist, bieten die Caritas-Tagespflegehäuser neben den Beratungsgesprächen auch einen Probetag an. „Wir reden darüber, welche Erwartungen bestehen“, sagt Karin Ivanda, die Leiterin im Tagespflegehaus St. Barbara, „und wir informieren uns, was bei den einzelnen Patienten beachtet werden muss.“ Jeder Gast soll möglichst einen Alltag erleben, der den individuellen Bedürfnissen und Neigungen entgegenkommt. 

So ist es kein Zufall, dass das Tagespflegehaus einer großen Wohnung ähnelt. Dort und auf der großen Terrasse, aber auch bei Ausflügen im nahen Kurpark verbringen die Gäste den Tag – an welchen Wochentagen sie in die Tagespflege kommen, wird mit ihnen und den Angehörigen individuell vereinbart. 

Morgens um 8 Uhr holt der Caritas-Fahrdienst die Gäste ab. Sobald alle da sind, beginnt das gemeinsame Frühstück. Morgenrunde und gemeinsames Zeitungslesen, aber auch Gymnastik und Kreativgruppen folgen. Später helfen dann alle in der Küche.

Ein möglichst normales Alltagsleben sollen die Senioren in den Tagespflegehäusern erleben. Vor zwanzig Jahren gründete der Caritas-Verband Paderborn eine der ersten Tagespflegeeinrichtungen in Nordrhein-Wesfalen, mittlerweile sind es drei, Ende des Jahres kommt eine vierte dazu. Seit 2008 ist Tagespflege ein zentrales Angebot der Pflege, das von den Pflegekassen gefördert wird. Grund ist die Absicht des Gesetzgebers, das Leben zu Hause für Senioren zu fördern. Die Leistungen für die ambulante Pflege werden um 50 Prozent aufgestockt, wenn eine Tagespflege besucht wird. Außerdem können weitere Leistungen wie das Betreuungsgeld für die Tagespflege verwendet werden.  

 „Wenn häusliche Pflege und Tagespflege kombiniert werden, erleichtert dies das Leben“, sagt Hans-Werner Hüwel, Fachbereichsleiter im Caritas-Verband Paderborn. Er ist davon überzeugt, dass viele ältere Menschen nur dank der Tagespflege weiter zu Hause wohnen können: „Sonst müssten viele Pflegebedürftige langfristig in eine stationäre Einrichtung umziehen.“

Info 

Tagespflegehaus St. Barbara, Bad Lippspringe, Telefon 0 52 52 / 9 89 33 99, E-Mail: tph-barbara@caritas-pb.de


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002