Schüler des SERVIR-Kreises arbeiteten vier Wochen lang in Brasilien
Tätige Solidarität gezeigt
Lennestadt. Eine 15-köpfige Gruppe des „Servir e.V.“ am Gymnasium Maria Königin in Lennestadt unter der Leitung von Werner Liesmann reiste kürzlich nach Januaria am Rio Sao Francisco, um in den Partnerprojekten tätige Solidaritätsarbeit zu leisten.
Die Schüler und Schülerinnen hatten sich mit einem Sprachkurs und vielen Gruppentreffen intensiv auf das „Brasilienabenteuer“ vorbereitet. Neben dem obligatorischen „Aluminium Sortieren“, einer Besonderheit des Vereins, lernten sie die Theologie der Befreiung, die Landlosenbewegung, die Obdachlosenbewegung, die Situation der Straßenkinder und vieles mehr kennen.
In Januaria wurde die Gruppe herzlich empfangen. Durch die tägliche Arbeit wuchsen schnell Kontakte. Die Jungen strichen das SERVIR-Zentrum, eine Kindertagesstätte, neu an. Marode Türen und andere Teile in den sanitären Anlagen sowie zerbrochene Fenster wurden zur gleichen Zeit von Fachkräften ersetzt. Die damit verbundenen Kosten wurden vom Servir e.V. getragen.
Die vier Mädchen arbeiteten in der Kinderkrippe „Pequeno Davi“ („Der kleine David im Kampf gegen den Hunger“). Diese Säuglingsrettungsstation hat in den 17 Jahren ihres Bestehens schon viele Kleinkinder vor dem sicheren Hungertod gerettet.
Im Kontakt mit Gleichaltrigen wurde schnell klar, dass die Unterschiede zwischen deutscher und brasilianischer Lebensart so groß gar nicht sind. Die Zeit nach der Arbeit wurde mit Fußballspiel, mit dem Besuch des Strandbades am Flussufer oder mit Angeln verbracht. Sonntags nahm die Gruppe an den Gottesdiensten in der Gemeinde teil, die von den Missionaren der Hl. Familie (MSF) geleitet wird. Dieser Orden ist seit über 40 Jahren in Januaria tätig und zugleich Mitträger des Gymnasiums „Maria Königin“. Zum Schluss der drei Wochen gab es ein Abschlussfest mit brasilianischer Musik und Tanz – ganz ohne Verständigungsprobleme.
An diese interkulturelle Begegnung schloss sich eine Woche auf dem Rio Tapajos an, einem Nebenstrom des Amazonas. Die Gruppe lebte auf einem Boot, erkundete den tropischen Regenwald und besuchte Dörfer der Indigenas. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel von der Lebensweise dieser Menschen, an denen der Fortschritt vorbeigeht. Nur vereinzelte Mofas und Telefonzellen erinnern an unseren Lebensstil. Auch Tier- und Pflanzenwelt brachte Expeditionsleiter Gil Serique den Europäern nah.
Wohlbehalten kehrten die Teilnehmer nach Lennestadt zurück. Am stärksten werden die persönlichen Begegnungen in Erinnerung bleiben. Gewachsen ist unter den Schülern eine Sensibilität für die Bedrohung der Menschen in Brasilien. Indem sich die Schüler fünf Wochen einer anderen Realität aussetzten, erlebten sie etwas von der Großartigkeit und Vielfalt der Einen Welt, die als Geschenk Gottes Verantwortung und Gestaltung von uns verlangt.






