Bundesweite Eröffnung der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ im Paderborner Dom
Stärkung für den gemeinsamen Weg
Paderborn (pdp/gv). Vertreter verschiedener christlicher Kirchen und Konfessionen feierten am vergangenen Sonntag den traditionellen ökumenischen Vespergottesdienst im Hohen Dom zu Paderborn. Mit dem bereits zum zehnten Mal gefeierten Gottesdienst wurde in diesem Jahr bundesweit die „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ eröffnet.
„Bitten wir in dieser Stunde des Gebetes darum, dass Gottes lebensspendender Geist uns stärke für den gemeinsamen Weg in die größere Gemeinschaft der Kirchen. So hoffen wir, immer mehr dem Auftrag Jesu zu entsprechen“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zu Beginn des Gottesdienstes.
Der ökumenische Vespergottesdienst stand unter dem Motto: „Damit sie eins werden in deiner Hand“ (Ez 37,17). Er wurde gemeinsam gefeiert von Erzbischof Hans-Josef Becker, Erzbischof Mor Julius Dr. Hanna Aydin (Patriarchalvikar der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland), The Right Reverend Bishop Nicholas Baines (Anglikanischer Bischof von Croydon in der Diözese Southwark, London), Bischof Anba Damian (Generalbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschland), Präses Alfred Buß (Evangelische Kirche von Westfalen), Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann (Lippische Landeskirche). Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), hielt im Gottesdienst die Predigt.
„Seit dem eintausendzweihundertjährigen Jubiläum unseres Erzbistums Paderborn im Jahre 1999 führt uns der ökumenische Gottesdienst am Sonntag vor Pfingsten jährlich an anderer Stelle in Ostwestfalen zum Gebet für die Einheit der Christen zusammen. In diesem Jahr erfahren wir erfreulicherweise noch eine Erweiterung unseres ökumenischen Miteinanders durch die bundesweite Vernetzung im Gebet“, sagte Erzbischof Becker. Der gemeinsame Gottesdienst sei auch ein lebendiger Ausdruck der schon seit langem bestehenden, guten und selbstverständlichen Gemeinschaft in der „Westfälischen Ökumene“, für die er sehr dankbar sei.
In seiner Predigt lud Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber zum Ökumenischen Kirchentag 2010 nach München ein. Es sei schmerzlich, dass auch dort die Möglichkeit eines gemeinsamen Abendmahls nicht gegeben sei.
Da aber Ökumene einen langen Atem brauche, forderte er dazu auf, in den Anstrengungen zur Gemeinsamkeit nicht nachzulassen und die Mauer zwischen den Konfessionen einzureißen. Schließlich habe auch bis vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kaum jemand mit dem Fall dieser Mauer ernsthaft gerechnet. Doch dann sei es plötzlich geschehen.
Zum Abschluss des ökumenischen Vespergottesdienstes betete Erzbischof Becker: „Wir verlassen nun diesen Ort des Gebetes, um an den Ort unseres Lebens zurückzukehren, von dem wir gekommen sind. Wir sind gestärkt durch sein Wort und den Glauben unserer Geschwister. Wir gehen voller Hoffnung unseren Weg weiter.“
Der Vespergottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Schola der Benediktinerinnen der Abtei Varensell, dem Bläserensemble der Hochschule für Kirchenmusik Herford unter der Leitung von Frau Professor Hofmann und einem Koreanischen Chor aus Münster. Christiane Göke-Goos spielte die Orgel.
Andrea Wagner-Pinggéra als Vertreterin des Ökumenischen Kirchentages war auf der Autobahn steckengeblieben. Dr. Michael Kappes (Ökumenereferent des Bistums Münster und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein Westfalen) und Landeskirchenrätin Dr. Johanna Will-Armstrong (Evangelische Kirche von Westfalen und stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen) wirkten im Gottesdienst mit.







