Aktuelle Ausgabe
2012-5

Lauf-Exerzitien finden wieder in der Soester St.-Patrokli-Gemeinde statt

Sport und Spiritualität in Symbiose

Gisela Hammer und Detlev Gethmann freuen sich auf viele Teilnehmer. Foto: Plamper

Soest. Die Sehnsucht nach Spiritualität ist so alt wie die Menschheit selbst. Fanden einst Exerzitien in der Abgeschiedenheit von der Außenwelt, über einen bestimmten Zeitraum hinter Klostermauern statt, so hat die spirituelle Besinnung auf Gott und die eigene Seele inzwischen auch in unserem Alltag bei sportlichen Aktivitäten wie beispielsweise Joggen oder Walken einen festen Platz gefunden.

von Elisabeth Plamper

„Das Laufen unterstützt den Weg zu sich selbst und zum Wesentlichen zu finden“, sagt Detlev Gethmann, Gemeindereferent der Soester St.-Patrokli-Gemeinde: „Dazu setzen wir Impulse zur Körperwahrnehmung und Atmung ein. Gebet und Meditation geben weitere Anregungen für körperlich-seelische Erfahrungen.“ So könne der Sport neben dem Ausgleich zum alltäglichen Leben auch als lebendige Spiritualität erfahren werden.
Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr bietet der Gemeindereferent gemeinsam mit Gisela Hammer während der Fastenzeit wieder die „etwas anderen Exerzitien“ an. Nicht der Verzicht auf etwas soll im Mittelpunkt stehen, sondern das „Etwas dazu tun“, nämlich ganz persönliche Erfahrungen, die das Leben für die Zukunft um ein gutes Gefühl reicher machen sollen. „In Form eines offenen Angebotes führen wir wieder jeweils sonntags Lauf- und Walk-Exerzitien durch, an denen jeder teilnehmen kann, der Bewegung und Spiritualität auf neue Weise für sich zusammenbringen möchte.“
Nach einer langen Woche einfach loslaufen, den Kopf freibekommen, an nichts Bestimmtes mehr Denken müssen, sondern „die Gedanken kommen und gehen lassen“, so beschreibt Gethmann seine ganz persönliche Erfahrung. Laufen sei eine Form, den Alltag hinter sich lassen und einen Moment ganz bei sich zu sein: „Wenn ich einen Bibelvers mit auf den Weg nehme, kann es sein, dass dieser auch in Bewegung gerät, und ich in den wenigen Worten neue Aspekte für mein Leben entdecke.“ Gefühle, die er auch anderen vermitteln möchte.
„Der Lauf wird so gestaltet, dass jeder sein ganz persönliches Tempo finden kann“, betont Gethmann. Ganz nach den Wünschen der Teilnehmer werden Läufer-, Walker- und Wandergruppen gebildet. Start und Ziel ist das Patroklus-Haus. „Wir beginnen mit einem geistlichen Impuls und einem Impuls zur Körperwahrnehmung. Bei dem anschließenden Lauf von circa einer dreiviertel Stunde sind wir dann in Stille miteinander auf dem Weg.“ Die Teilnehmer können die Impulse ganz individuell für sich bedenken, sich auf sie einlassen und den Atem in ihrem Bauch spüren.
Während eines kurzen Zwischenstopps sammelt sich die Gruppe noch einmal zur Vertiefung der Impulse. Den Abschluss bildet ein Austausch im geschützten Raum unter dem Leitwort „Was ist mir beim Laufen aufgefallen, was nehme ich mit nach Hause?“ und ein gemeinsames Gebet im Patroklus-Haus.
„Für die Woche bekommen die Teilnehmer zudem vier Texte zur Fortführung der Exerzitien und eigenen Meditation bis zum nächsten Treffen mit nach Hause.“ So haben die Teilnehmer auch die Möglichkeit, ihre Spiritualität ganz individuell und bewusst zu einem festen Bestandteil ihres Alltags, ihres Lebens werden zu lassen.


05.02.2012
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