Aktuelle Ausgabe
2012-20

Erzbischof Becker besucht Fachkonferenz „Caritative und soziale Entwicklungen“

Soziale Herausforderungen

Michael Vogt, stellvertretender Stadtdechant, Erzbischof Hans-Josef Becker sowie Elisabeth Beschorner und Friedhelm Evermann (v. li.) vom Leitungsteam der Fachkonferenz. Foto: pdp

Dortmund (pdp). Die soziale Lage in Dortmund und die Arbeit der katholischen Einrichtungen und Dienste war Thema der Fachkonferenz „Caritative und soziale Entwicklungen“ der Katholischen Stadtkirche Dortmund. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker nahm im Rahmen seiner Visitation im Dekanat Dortmund an der Sitzung im Katholischen Centrum teil.  

Ausgehend vom „Bericht zur sozialen Lage in Dortmund“ erläuterte Michael Vogt, stellvertretender Stadtdechant, die Herausforderungen für die katholische Kirche. Dies seien besonders die Kinderarmut, wachsende Belastungen für Familien sowie auch Altersarmut. Es gehe um eine noch „deutlichere Wahrnehmung der sozialen Notlagen in den Kirchengemeinden und Pastoralverbünden sowie um die Schaffung von niederschwelligen Hilfs- und Unterstützungsangeboten“, so Vogt.

Dekanatsreferentin Elisabeth Beschorner beschrieb in diesem Zusammenhang die gewachsene Problematik der Kinderarmut. So sei in Dortmund 1965 nur jedes 75. Kind auf Sozialhilfe angewiesen gewesen. Nach dem Sozialbericht von 2007 lebe bereits jedes 3. Dortmunder Kind unter 15 Jahren von Sozialleistungen. Als eine Antwort stellte Elisabeth Beschorner die Initiative „Dortmunder Kinder in Not“ vor, die in den Bereichen Ernährung, Wohnen, Bildung, Bekleidung und Gesundheit Akuthilfe für Kinder in Armutssituationen leiste. 

Christoph Gehrmann vom Caritasverband Dortmund stellte den Arbeitsbereich Migration/Integration und Offene Ganztagsschule vor. Hier gebe es eine große Nachfrage bei zu geringer Finanzierung. Zu viele Kinder seien in zu wenigen Räumen mit zu wenig Personal untergebracht. Der Trend zum „längeren gemeinsamen Lernen und mehr Ganztag“ werde anhalten, meinte Christoph Gehrmann. Kirche und Caritas sollten sich in diesem Zusammenhang noch stärker bei der Weiterentwicklung von Schule und in der Bildungspolitik vor Ort einbringen. 

Bildung und Betreuung in katholischen Kindertagesstätten, erzieherische Hilfen, die Situation von Wohnungslosen und das Engagement von Ehrenamtlichen waren weitere Themen des Austausches mit Erzbischof Becker. 

Dieser besuchte am Abend auch die Vollversammlung des Katholischen Stadtgremiums. Dem Stadtgremium gehören rund 40 Mitglieder an, die Gemeinden, Verbände, Gruppen und Einrichtungen der katholischen Kirche in Dortmund vertreten. 


24.05.2012
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