Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Telefon-Seelsorge Hagen-Mark sucht weiterhin Mitarbeiter / Kurs beginnt im September

Sorgen kann man teilen

Rund um die Uhr sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorge zu erreichen. Foto: Wiedenhaus

Hagen (-haus). In diesem Moment sitzen über 100 ehrenamtlich geschulte Frauen und Männer in ganz Deutschland am Telefon oder am Computer und nehmen Anfragen von verzweifelten, traurigen, betrübten oder kranken Menschen entgegen. Eine oder einer davon sitzt in der Telefon-Seelsorge Hagen-Mark.

87 Ehrenamtliche waren im vergangenen Jahr in der Telefon-Seelsorge Hagen-Mark aktiv und sorgten sowohl für die Gewährleistung des 24-stündigen Krisendienstes am Telefon – 2 000 Dienste müssen jährlich abgedeckt werden – als auch für die Beratung im Internet. 

„Reden hilft, Probleme nicht größer werden zu lassen. Reden hilft, denn so spüren Ratsuchende, dass sie nicht alleine sind!“ Nach diesem Leitsatz begegneten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den fast 19 000 Anrufern, denn Sorgen kann man teilen.

25 speziell für die Online-Beratung qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter haben mit dazu beigetragen, Menschen in Not auch via Internet zu begleiten. „Es gibt Gedanken, Gefühle und Probleme, die mag man keinem Menschen sagen, sie aber auch nicht für sich behalten. Was liegt näher, als sie aufzuschreiben – in einer Mail oder im Chat“, fasst Birgit Knatz von der Telefon-Seelsorge Hagen-Mark die Vorteile der neuen Medien in diesem Bereich zusammen. Sie leitet die ökumenische Einrichtung gemeinsam mit Dr. Stefan Schumacher.

Insgesamt sind 1336 Mails geschrieben worden und rund 50 Stunden wurde „gechattet“. Hauptanliegen waren neben den Beziehungsproblemen der Themenbereich psychische Erkrankungen, gefolgt von familiären Problemen, Schwierigkeiten im Arbeitsleben oder in der Ausbildung und Schule. Die Anzahl der Menschen, die keinen Ausweg mehr sahen und sich umbringen wollten, war in diesem Bereich höher als in der telefonischen Beratung.

„Aufgrund der Schwere und Intensität der Arbeit, aber auch aus persönlichen oder familiären Gründen beenden im laufenden Jahr rund zehn Ehrenamtliche ihre Mitarbeit“, beschreibt Stefan Schumacher die personelle Situation. 

Deshalb sucht die Telefon-Seelsorge Hagen-Mark für die kommende Ausbildung noch Frauen und Männer für die Beratungsarbeit am Telefon und im Internet. Krisen, schwierige Lebenssituationen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, der Ausbau konstruktiver Kommunikationsfähigkeiten, die Aneignung einer Internetberatungskompetenz sowie der Umgang mit Beziehungen sind die zentralen Lernfelder der Ausbildung.

In einem letzten Schritt werden die Auszubildenen thematisch und praktisch auf die Arbeit am Telefon und Internet vorbereitet. Die Ausbildung dauert eineinhalb Jahre und beginnt nach einem Vorgespräch im September 2010. Sie wird wöchentlich dienstags von 17 bis 19.30 Uhr stattfinden. „Es werden keine speziellen fachlichen Vorerfahrungen vorausgesetzt, allerdings ist das Interesse an Menschen, eine offene und wertschätzende Haltung und die Bereitschaft, sich in der Gesprächsführung zu qualifizieren, wichtig“, fassen die Experten von der Telefon-Seelsorge zusammen.

Der „Preis“ für die kostenlose Ausbildung durch die Telefon-Seelsorge ist eine mindestens dreijährige ehrenamtliche Mitarbeit, in der monatlich etwa 20 Stunden für die Beratungsarbeit (Telefon und Internet) und die begleitende Supervision aufgebracht werden müssen. Die Ausbildung ist zertifiziert und gilt als angesehene Qualifizierung im Kommunikationsbereich.

Info

Die Telefon-Seelsorge Hagen-Mark ist eine ökumenische Stelle und wird getragen durch den evangelischen Kirchenkreis, (www.kirchenkreis-hagen.de) und den katholischen Gemeindeverband Ruhr-Mark im Erzbistum Paderborn (www.erzbistum-paderborn.de). Bewerben und informieren können sich Interessenten unter der Nummer der Telefon-Seelsorge 08 00 / 1 11 01 11 und 08 00 / 1 11 02 22 oder im Internet unter www.telefonseelsorge-hagen-mark.de

 


24.05.2012
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