Kommentar
Seelsorger in Gefahr
Weltweit sind vergangenes Jahr 37 katholische Priester und Seelsorger gewaltsam ums Leben gekommen. Nach Zahlen des Missionspressedienstes Fides liegt der Blutzoll fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.
Matthias Nückel (52) ist verantwortlich für den Inhalt des Dom
Die Statistik von Fides für das Jahr 2009 ist erschreckend. 30 Priester, zwei Ordensfrauen, zwei Seminaristen und drei Laienmitarbeiter bezahlten ihren Einsatz für Gott und die Menschen mit dem Leben.
Am gefährlichsten ist es für katholische Seelsorger jedoch nicht – wie mancher vermuten mag – in islamischen Ländern. Die meisten Priester, Ordensleute und Laien wurden in Nord- und Südamerika ermordet. Ausgerechnet in katholischen Ländern ist die Gefahr am größten.
Die „Option für die Armen“, die sich die Kirche in Lateinamerika auf die Fahne geschrieben hat, ist für so manchen Mächtigen dort ein Stachel im Fleisch. Seelsorger, die unerschrocken soziale Missstände anprangern, müssen deshalb immer damit rechnen, Ziel von sogenannten Todesschwadronen zu werden. Wer mit in Lateinamerika tätigen Priestern und Bischöfen spricht, erfährt immer wieder, unter welcher Gefahr die Geistlichen dort tätig sind. Die Machthaber sind oft nicht daran interessiert, die Seelsorger zu schützen. Entweder haben Regierungen, Polizei und Justiz Angst, oder sie sind selbst in verbrecherische Strukturen verstrickt. So werden die Attentäter zwar zuweilen gefasst, die Hintermänner jedoch bleiben meist im Dunkeln.
Die unter Einsatz ihres Lebens tätigen Priester, Ordensleute und Laien brauchen deshalb noch stärker als bisher unsere Solidarität. Denn ohne ihr Engagement wäre diese Welt wieder ein ganzes Stück ärmer.






