Bereits zu Beginn des neuen Schuljahres suchen viele Eltern Hilfe bei der SkF-Erziehungsberatung
Schulprobleme belasten die Familie
Dortmund. „Wir haben eine Fünf im Diktat geschrieben!“ Die Mutter in der offenen Sprechstunde der Erziehungsberatungsstelle des SkF Dortmund klingt ratlos, fast ein wenig verzweifelt. Nach einem kurzen Seitenblick auf ihren Sohn, der sie in die Sprechstunde begleitet hat, wendet sie sich wieder an Burkhard Wilkes: „Sagen Sie meinem Kind bitte noch einmal ganz deutlich, wie wichtig die Schule für seine Zukunft ist!“ „Was soll nur aus ihm werden?“, fügt sie nach einer kleinen Pause hinzu und schüttelt fragend den Kopf.
Burkhard Wilkes, Leiter der Erziehungsberatungsstelle des SkF, kennt diese Situation nur allzu gut: „Nach den Ferien herrscht regelmäßig großer Andrang“, erklärt der Diplom-Psychologe: „Einschulung, Klassen- oder Schulwechsel führen nicht selten zu Problemen. Wenn Kinder in der Schule nicht so funktionieren wie sie sollen, dann stehen letztlich die Eltern in der Verantwortung.“ Sie stünden häufig unter großem Druck. Denn habe ein Kind in der Schule Probleme, so Wilkes, wirke sich das erfahrungsgemäß auf die ganze Familie aus: „Das Kind ist mutlos, die Eltern hilflos, die Situation hoffnungslos.“ Wenn dann noch Schuldzuweisungen nach dem Motto: „Du willst ja nur nicht!“ hinzukämen, so der Diplom-Psychologe, sei die Situation schnell völlig verfahren.
Ob die Ursache des Problems in der Schule, im Elternhaus oder im Kind selbst zu finden sei, beschäftige viele am Anfang, dabei sei das für mögliche Lösungen gar nicht so wichtig, erläutert Wilkes den Beratungsansatz: „Wir suchen mit allen Beteiligten nach Wegen aus der Krise.“ Gemeinsam müsse nach Zielen gesucht werden, die das Kind auch erreichen kann. Entscheidend sei, dass Eltern ihre Kinder unterstützen und nicht in die Vorwurfs-Falle gerieten. Auch eine gute Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern bedeute für die Kinder Sicherheit und Orientierung. Burkhard Wilkes: „Wer Erfolg hat und gelobt wird, der geht auch mit seinen Schwächen ganz anders um und ist insgesamt wesentlich motivierter.“
„Was allen hilft“, bringt es der Psychologe auf den Punkt, „sind Respekt und Verständnis – und nicht zuletzt eine gute Portion Gelassenheit.“ Auch wenn gerade diese Haltung angesichts der Erwartungen, die auch von außen an Schüler und Eltern herangetragen würden, nicht gerade einfach sei. Burkhard Wilkes: „Ein verpatztes Diktat ist kein Weltuntergang – und auch eine etwas holprige Schullaufbahn kann die Grundlage für einen positiven Lebensweg sein!
Kontakt
Erziehungsberatungsstelle des SkF für City, Innenstadt-West, Dorstfeld, Kreuzviertel, Westfalen Hallen: Arminiusstr. 12 (Altes Pfarrhaus St. Barbara) Offene Sprechstunde, Mi 10-12 Uhr Münsterstraße 57 Offene Sprechstunde, Mo 15-17 Uhr, Termine nach Vereinbarung Mo-Do 8.30-17 telefonisch unter 02 31 / 86 10 85 15






