In Wellinghofen öffnet sich die Heilig-Geist-Kirche nicht nur Wallfahrern
Schokolade für Jakobs-Pilger
Dortmund-Wellinghofen. Ein Teilstück des „Camino de Santiago“, besser bekannt als „Jakobsweg“, führt durch Wellinghofen, direkt an der Heilig-Geist-Kirche vorbei. Eine gelbe Muschel auf blauem Grund kündet auf einer großen Kachel an der Außenfront davon, dass sich das Gotteshaus als „Pilgerkirche“ versteht. Vor zwei Jahren, am Namenstag des heiligen Jakob, wurde das Emblem angebracht.
von Horst-Dieter Czembor
„Wir sehen uns als ,offene Kirche‘, aber nicht nur für Pilger“, sagt Heilig-Geist-Pfarrer Wilhelm Vogel, der sich sehr darüber freut, dass „seine“ Kirche als Pilgerkirche angenommen wird. Denn: Schon wenige Minuten nach der Montage der Jakobsmuschel im Jahr 2008 passierte ein Wallfahrerpaar Wellinghofen und machte Rast in dem Gotteshaus: Anne-Kathrin Danne und Markus Lagemann pilgerten auf dem Teilstück des westfälischen Jakobsweges von Ladbergen nach Wuppertal-Beyenburg.
Für 2010, für alle Pilger ein „heiliges Jahr“, weil der Jakobstag auf einen Sonntag fällt, hatte die Wellinghofer Gemeinde etwas Besonderes geplant: Das neue Pilgersiegel, mit vier Jakobsmuscheln im Emblem, wurde zum ersten Mal nach der Messe durch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gabriele Kouki in einen Pilgerpass gestempelt.
Künftig können Jakobspilger ihre „credenciales“ nicht nur im Pfarrbüro, sondern auch in der Bäckerei Mohr während der Geschäftszeiten schräg gegenüber der Kirche abstempeln lassen und von der Chefin persönlich neben einem Stück Kuchen auch eine Tasse Kaffee bekommen.
Pilger, die nach dem Kirchenbesuch am Pfarrhaus, Auf den Porten 4, klingeln, bekommen, wenn Pfarrer Vogel zu Hause ist, neben einem Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee oder Tee auch eine fair gehandelte Tafel Schokolade als Pilgerproviant mit auf den Weg.
Genau wie die kleine Pilgergruppe junger Leute aus Greven, die im Frühjahr Rast in Wellinghofen einlegten und Wilhelm Vogel fragten: „Wie weit ist es denn noch von hier bis nach Santiago de Compos-tela?“ Und die ganz verdutzt schauten, als die spontane Antwort kam: „Noch ziemlich genau 2700 Kilometer.“ Ob sie diese Entfernung geschafft haben, weiß Pfarrer Vogel allerdings nicht, denn die versprochene Ansichtskarte aus Santiago ist bis heute noch nicht im Pfarrbüro angekommen.
Die Wellinghofer Heilig-Geist-Gemeinde fühlt sich aber nicht nur durch die Lage direkt am Jakobsweg und den neuen Pilgerstempel mit dem „Camino de Santiago“ eng verbunden: Für den Mitarbeitertag am 31. Oktober hat sie bereits Heinrich Wipper von der Jakobusbruderschaft Düsseldorf eingeladen, der dann über das Thema: „Von Dortmund nach Santiago“ referieren wird.






