Aktuelle Ausgabe
2012-20

Ein Jahr nach dem Neuanfang hat sich der Familienbund eine neue Basis geschaffen

Rücksturz in die Realität

Seit einem Jahr ist Christian Laskowski Diözesanvorsitzender des Familienbundes im Erzbistum Paderborn. Ein Jahr nach dem Neubeginn spricht er von einem Jahr der Konsolidierung und setzt auf das Kursangebot seines Verbandes.Foto: Vieler

Paderborn/Erzbistum. Von einem gelungenen Neuanfang seines Verbandes nach dem Zusammenbruch vor einem Jahr, spricht Christian Laskowski, Diözesanvorsitzender des Familienbundes im Erzbistum Paderborn. „Wir tun nur noch das, was wir uns finanziell und personell auch leisten können“, lautet sein Credo und damit die Marschrichtung aus der Krise des Verbandes. Er versteht sich als Interessenvertretung familienbezogener Anliegen in Kirche und Staat.

von Gerd Vieler

Vor einem Jahr stand die Existenz des Familienbundes auf der Kippe. Vor allem die „überdimensionierte Ausgabenpolitik“ und die Zusammenarbeit mit dem Familien­erholungswerk hatten zur existenzbedrohenden Situation beigetragen. Die Jahreshauptversammlung, beim Familienbund Hauptausschuss genannt, wählte einen komplett neuen Vorstand. „Wir bekamen einige konkrete Arbeitsaufträge mit auf den Weg“, sagt Laskowski. „Es galt Kassensturz zu machen, eine neue Satzung zu erarbeiten und sich inhaltlich neu zu positionieren. Das ist sehr gut gelungen.“ In 2009 sei die wirtschaftliche Entwicklung positiv verlaufen, urteilt der ehrenamtliche Familienvertreter: „Jeder Cent wird umgedreht und wir schreiben 2009 eine schwarze Null.“ Die Bildungsarbeit sei gut nachgefragt und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten auch für 2010 ein vielseitiges Bildungsprogramm erarbeitet. Bereits mit neun Familienzentren seien Kooperationsverbeinbarungen geschlossen worden, bei denen der Familienbund seine Kompetenz zur Verfügung stelle.
So ist auch die Bildungsarbeit derzeit Schwerpunkt der Familienarbeit. „Wir drehen lieber an den kleinen Schrauben“, begründet der berufsmäßige EDV-Mann die betriebswirtschaftliche Führung des Verbandes und weist auf das veränderte Interesse seiner Klientel hin. Da es Zuschüsse nicht mehr in früherem Maße gibt, müssten sich die Bildungsmaßnahmen auch selbst tragen. Täten sie das etwa aufgrund zu geringer Anmeldezahlen nicht, würden sie abgesagt. Traumschlösser würden nicht mehr gebaut. Der Familienbund könne das finanzielle Risiko nicht tragen, begründet Laskowski seine realitätsbezogene Sichtweise.
Im Gegensatz zu früher, als der Verband laut Vertrag auf die Häuser des Familienerholungswerkes, Schloss Gehrden bei Brakel und Biggesee-Sondern, festgelegt war, erfolge die Auswahl der Häuser jetzt nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Aufkündigung der Kooperation mit dem Familienerholungswerk sei einer der zentralen Punkte des Neuanfangs gewesen. Dazu gehöre es auch, dass der Familienbund in Biggesee-Sondern, einst eines der beiden Stammhäuser, ab kommendem Jahr keine Veranstaltungen mehr durchführen werde. Die intensiven Planungen seien aufwendig, nicht immer konfliktfrei, anstrengend, aber immer an der Sache orientiert gewesen und hätten zu konstruktiven Ergebnissen geführt, um für die Familien Präsenz zu zeigen, erklärt Laskowski.
Neben der Bildungsarbeit und dem Aufbau eines Netzwerkes für Familienanliegen sei ein anderes Projekt noch ein „zartes Pflänzchen“: der Aufbau einer Basis in den Gemeinden. Auch bislang hatte der Bund solche Gruppen in den Gemeinden nicht.
Gespart wird auch an Personal und Räumlichkeiten. Nach einem voluminöseren Sitz residiert der Familienbund jetzt in einer 2 ½-Zimmer-Wohnung und hat 1 ½ hauptamtliche Stellen.
Eine alte Tradition nimmt der Familienbund mit der Ausrichtung des Familiensonntages am 17. Januar in der Gemeinde Hl. Kreuz in Castrop-Rauxel, Wilhelmstr. 50, wieder auf. Der Tag be­ginnt mit einem Familiengottesdienst um 11 Uhr mit Weihbischof Matthias König. 


23.05.2012
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