Kommentar
Qualitätstest bestanden
von Andreas Wiedenhaus
„Die Kirchen sind ihr Geld wert!“ Dieser Satz stammt nicht von einem Bischof oder Pfarrer, sondern vom Vizedirektor des Schweizer Bundesamtes der Justiz. Er stellte das Ergebnis einer landesweiten Studie vor, die die Finanzflüsse und Dienstleistungen der Religionsgemeinschaften in der Schweiz zum Thema hatte. Diese Studie bescheinigt den Kirchen einen verantwortungsvollen Umgang mit Kirchensteuermitteln. Dabei wurde an Beispielen ebenfalls berechnet, ob der Wert kirchlicher Dienstleistungen der öffentlichen Finanzierung entspricht. Auch in diesem Punkt fiel das Urteil der mehrjährigen Studie positiv aus. Ein mutiger Schritt der Schweizer. Enttäuscht sein vom Ergebnis dürften nur diejenigen sein, denen nun ein universelles Argument in der Auseinandersetzung mit den Kirchen fehlt.
Angesichts der immer wieder aufflammenden hiesigen Diskussionen und den aktuellen Bemühungen von Politikern und „Experten“, den Kirchen finanziell das Wasser abzugraben bzw. ihnen Unlauterkeit nachzuweisen, wäre ein ähnlicher Test in Deutschland durchaus wünschenswert. Das würde wohl einen großen Teil der Kritiker zum Schweigen bringen. Nachdem die Schweizer Kirchen mit gutem Beispiel vorangegangen sind, wäre es ein positives Zeichen, wenn andere folgen würden.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist ebenfalls interessant. Demnach wären die Schweizer, wenn die Kirchensteuern wegfielen, bereit, für die Leistungen der Kirchen zu zahlen. Diese Summe wäre ungefähr doppelt so hoch wie die Kirchensteureinnahmen.






