Aktuelle Ausgabe
2012-20

Elisabeth-Schwestern aus Polen treten ihren Dienst im St.-Josefs-Hospital in Hörde an

Polnisch nur am Wochenende

Drei Elisabeth-Schwestern arbeiten im St.-Josefs-Hospital. Clemens Galuschka und Pfarrer Norbert Appel (r.) treffen sie im Kovent. Foto: Plamper

Dortmund-Hörde. Ein Hilfstransport nicht mehr benötigter Wäsche des Hörder St.-Josefs-Hospitals zum Klos­ter der Elisabeth-Schwestern nach Cieszyn in Polen nahe der tschechischen Grenze bescherte den ersten Kontakt. Nun haben sich drei Schwes­tern des Ordens auf Anfrage von Clemens Galuschka, Geschäftsführer des Hospitals, entschlossen, in Hörde einen Konvent zu eröffnen und im St.-Josef-Hospital als Krankenschwester, in der Pflege, Seelsorge und Verwaltung zu arbeiten.

von Elisabeth Plamper

Da sein wollen Schwester Klara, Schwester Marcelina und Schwester Monika für „Leib und Seele“ der Patienten, deren Angehörige und auch für die Mitarbeiter, im Glauben begleiten durch und während ihrer Arbeit im Hospital. „Auch etwas länger für jemanden Zeit haben, zuhören oder einfach nur einmal die Hand halten“, das ist die Vision von Krankenhaus-Seelsorger Norbert Appel. „Seelsorge im Krankenhaus ist etwas Besonderes“, wissen der Pfarrer und ebenso Krankenschwester Johanna Ramian aus Erfahrung. „Seelsorgerische Betreuung ist auch eine Brücke zwischen Personal und Patient.“
Pfarrer und Krankenschwes­ter sind die Ansprechpartner für die Schwestern, die zurzeit noch fleißig die Schulbank drücken und im Arbeitsalltag genau hinhören, um chnellstmöglich die deutsche Sprache zu lernen. „Von Montag bis Freitag wird möglichst nur Deutsch miteinander gesprochen“, erzählt Johanna Ramian, „am Wochenende dürfen die Schwestern dann miteinander auch polnisch reden“, denn davon ist die Krankenschwester überzeugt: „Am Besten lernt man eine Sprache im Alltag.“
Schwester Klara kommt gebürtig aus der Ukraine. Sie wird zunächst in der Verwaltung und mittelfristig seelsorgerisch tätig sein, während Schwester Monika und Marcelina Aufgaben in der Pflege wahrnehmen. „Es ist schon eine Herausforderung“, sagen sie, denn „wir treten ja eine Nachfolge an.“ Gemeint ist damit das jahrzehntelange Wirken der Vincentinerinnen am St.-Josefs-Hospital. Weil der Nachwuchs fehlte, gab der Orden 2007 die Arbeit im Hospital auf. Für Clemens Galuschka ist es selbstverständlich, dass am St.-Josef-Hospital wieder Ordenschwestern tätig sind: „Wir vertreten die Meinung, dass es auch ein Erkennungsmerkmal für ein katholisches Krankenhaus ist.“ Und es passe auch zu den Leitbildern der Gesellschafter der St.-Lukas-Gesellschaft, der auch das St.-Josefs-Hospital angehört.
Die Schwestern haben sich inzwischen schon gut in Hörde eingelebt. „Die Bevölkerung mag sie“, so der Geschäftsführer. Besonders die Kinder hätten sie in ihr Herz geschlossen. Denn wenn sie am neu entstehenden Konvent in der Eckardtstraße an die Tür klopfen und die Schwestern daheim sind, beantworten diese, soweit möglich, nicht nur alle ihre Fragen, sondern haben auch immer ein paar Bonbons für sie.
Für die drei Schwestern ist die Akzeptanz in Hörde eine Anerkennung, die sie in ihrer Arbeit bestärkt. Ihr erstes Weihnachtsfest, das haben sie sich vorgenommen, wollen sie dennoch ganz klassisch wie in ihrer polnischen Heimat feiern.
Dazu gehört natürlich der Besuch der Christmette, die in ihrer neuen Heimat allerdings bereits um 22 und nicht wie in Polen um 24 Uhr stattfindet. Zwei weitere Schwes­tern sollen im nächsten Jahr das Trio verstärken.


23.05.2012
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