Aktuelle Ausgabe
2012-20

Eröffnung des Bödefelder Pilgerpfades beim Wanderfestival

Pilgern zum Kreuzberg

Schmallenberg-Bödefeld. Das große Sauerländer „Wanderfestival“ findet am Samstag und Sonntag im Schmallenberger Sauerland, in Bödefeld, statt. Einer der Höhepunkte des Festivals ist die Eröffnung des neuen „Bödefelder Pilgerpfades“ zum Kreuzberg.

Die geführte Eröffnungswanderung startet am Sonntag, 1. Juni, 11 Uhr, am Kirchplatz vor der Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in der Ortsmitte. Der Kreuzberg mit Kapelle, 21 Grotten und Stationen, ist ein Wahrzeichen Bödefelds und seit fast 300 Jahren Pilgerziel. Mit viel Engagement wird er von Bödefelder Bürgern gepflegt. Seit 22 Jahren besteht die Kreuzberg-Fördergemeinschaft. Sehr beliebt ist der Weg nicht zuletzt aufgrund der schönen landschaftlichen Lage. In jüngster Zeit wurde der Kreuzweg um einen Rosenkranzpfad verlängert und hat nun als Rundweg – als „B6“ markiert – eine Länge von 4,5 Kilometern bei einem Höhenunterschied von 240 Metern. Der neue Pilgerpfad soll nach Vorstellung von Willi Adelmann, dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe „Pilgerpfad“, alle ansprechen, „die in meditativer Weise ihren Weg gehen  und dabei ihre Anliegen und Sorgen auf 720 Meter Höhe zum Kreuzberg bringen wollen“.
Kreuzweg und Kreuzkapelle sind Werk des Priesters Johann Heinrich Montanus, der im Jahre 1721 nach Bödefeld kam. Er fand ein sehr schwieriges Arbeitsfeld vor, teils noch geprägt von wilden Kriegsjahren und der Pest. Mutig packte er die Arbeit an und hatte innerhalb weniger Jahre die von Armut und Hass geprägte Gemeinde völlig verwandelt. Die völlig heruntergekommene Kirche erbaute er neu und errichtete bald auf dem steilen Wahr-Berg ein großes Kreuz. So wurde der Berg zum „Kreuzberg“. Auf Wunsch der Bödefelder wurde auf dem Berg eine Kapelle errichtet. Auf dem steilen Weg dorthin wurden die Leidensstationen des Heilandes dargestellt. Die Begeisterung war so groß, dass man bereits im Jahre 1729 die Kapelle einweihen konnte. Die Leidensstationen, damals noch die „Sieben Fußfälle“, waren im Jahre 1730 fertig. Sie sind heute noch das Kernstück des Kreuzweges, der 1856 auf 14 Stationen erweitert wurde.
Der gute Ruf des Pfarrers Montanus verbreitete sich schon zu seinen Lebzeiten. Große Scharen von Gläubigen kamen aus dem ganzen Umkreis und zogen in Prozessionen den Berg hinauf. Montanus starb im Jahre 1743, vom Volk als Heiliger verehrt. Seine Nachfolger sorgten weiter für den heiligen Berg. Im Jahre 1929, zur 200-Jahrfeier des Kreuzberges wurden seine Gebeine in die Kreuzkapelle übertragen. Ein Denkmal und ein Blumenbeet erinnern an ihn.
Es gibt viele eidliche Aussagen über mancherlei Gebetserhöhungen, die das Volk der Fürbitte des Pfarrer Montanus zugeschrieben hat.jon

 

Weitere Informationen zum Wanderfestival in Bödefeld und zum Bödefelder Pilgerpfad unter www.sauerland-wanderfestival.de oder unter Tel.
0 29 77 / 3 55. Begonnen wird das Wanderfestival mit einer Wandernacht, die am Samstag, 31. Mai, 19.30 Uhr, mit Manuel Andrack eröffnet wird. Gemeinsamer Start um 20 Uhr am Schützenplatz in Bödefeld. Rückkehr gegen 2 Uhr.


23.05.2012
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