Kommentar
Peanuts für die Manager
Karstadt Manager Eick versüßt sich seinen Abgang derzeit mit 15 Millionen Euro. Er hatte seinen Job erfolglos nach fünf Monaten beendet, das Unternehmen geht nun in die Insolvenz, wieviel Geld für Lieferanten und Mitarbeiter bleibt, ist unklar.
Christian Schlichter (45), Chefredakteur des DOM
Es hat sich aber auch rein gar nichts geändert in Deutschland. Auf der einen Seite gibt es weiterhin Hartz-IV-Empfänger, teils bereits in dritter Generation, denen so grundsätzlich die Motivation zur Arbeit abgeht. Unzumutbar, ungewohnt, anstrengend, urteilen sie über Arbeitsangebote. Allein ihr Argument ist stimmig, dass der Lohn, den sie für eine ungelernte Tätigkeit erhalten würden, unter den saatlichen Bezügen plus Miete liegt. Nicht Hartz IV ist da also zu hoch, sondern die Löhne nicht ausreichend, daraus wird ein Schuh.
Andererseits dürfen in diesem Lande Manager nach nur fünf Monaten Arbeit bei Karstadt, in denen sie zudem keinen Erfolg hatten, satte 15 Millionen Euro mit nach Hause nehmen. Aus einem Unternehmen, das auch noch pleite ist.
Der Ruck, der durch die Gesellschaft gehen sollte, hat also nicht stattgefunden. Die Krise, sie mag da sein. Aber sie gilt wieder einmal nur für die Mittelschicht. Die oben schenken sich weiter ordentlich ein, koste es, was es wolle. Und die unten werden weiter alimentiert, ob nun gewollt oder nicht.
Es ist und bleibt unmoralisch, auf Kosten anderer zu leben. Ob der Manager sich an der Insolvenzmasse bedient oder der Hartz-IV-Empfänger ohne Not den Staat schröpft, das bleibt sich gleich.Wann wird sich also endlich etwas ändern im Land. Nach der Politik zu rufen reicht wohl nicht aus bei diesem Problem.






