Die Familien- und Jugendarbeit der Dekanate
Party machen gehört auch dazu
Bad Westernkotten. Der Unterschied zwischen Stadt und Land sei bei der Jugendarbeit besonders stark zu spüren, sagt Brigitte Weimer. Die Referentin für Jugend und Familie im Dekanat Lippstadt-Rüthen weiß, dass es gerade in städtischen Gebieten deutlich schwieriger für die Ehrenamtlichen sei, die Jugendlichen zu erreichen. Zu ihren Aufgaben gehört es, diese Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
von Birger Berbüsse
Zwei Standbeine habe ihr Aufgabenbereich, den sie sich mit Christian Meiertoberens teilt: Familienarbeit und Jugendarbeit. Die Hauptaufgaben der Sozialpädagogin und ihres Kollegen lägen in der Unterstützung der Ehrenamtlichen in den Gemeinden und Pastoralverbünden und ihrer Ausbildung. Dazu kämen noch die Vernetzungsarbeit der jeweiligen Fachkonferenzen sowie die politische Vertretung.
„Die Unterstützung kann beispielsweise einfach daraus bestehen, dass wir dabei helfen, Anträge für besondere Anschaffungen wie ein GPS-Gerät auszufüllen“, erklärt Brigitte Weimer. Auch würden Familienkreise beraten, die ein gemeinsames Wochenende planen. „Die bekommen dann Tipps und Ideen von uns, wie sie das finanziell stemmen können, welche Häuser sich dafür anbieten oder welche Referenten beispielsweise vom Erzbistum angefragt werden können“, beschreibt die Dekanatsreferentin ihre Tätigkeit.
Einen besonderen Reiz übt für sie der Aufbau eines Familienkreises oder der Jugendarbeit aus: „Für so etwas fahren wir auch raus, setzen uns mit den Menschen zusammen und entwickeln ein Programm“, sagt die 45-Jährige. Denn dabei gebe es viel zu beachten: die Altersstruktur, ähnliche Angebote in Nachbargemeinden, die eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten. „Oft ist der Erfolg aber auch einfach von den Personen abhängig“, weiß Weimer aus Erfahrung. So habe das „Ankurbeln der Jugendarbeit“ in Erwitte durch den neuen Gemeindereferenten und seinen großen Einsatz einen gewaltigen Schub erfahren.
Dass kirchliche Kinder- und Jugendarbeit immer noch eine große Ausstrahlung habe, davon ist die dreifache Mutter überzeugt. „Dennoch nimmt diese durch viele andere Interessen natürlich ab“, gibt sie zu, „das ist schon spürbar.“ Deswegen setze das Dekanat, neben der klassischen Gruppenstunde, auch auf überregionale Angebote und Veranstaltungen mit Event-Charakter. Als Beispiele nennt sie den „Weltjugendtag @home“ 2008, auf dem auch viele Bands gespielt hätten. Oder das „Multicamp“ vom vergangenen Wochenende, auf dem es abends auch eine Party gab. „Wir müssen einfach versuchen, unsere Inhalte jugendgerecht zu verpacken“, erläutert Weimer. Diese blieben aber natürlich immer gleich: Gelebter Glaube.
Auf dem Lande sei die Jugendarbeit noch deutlich einfacher: „Da gibt es einfach diesen persönlichen Kontakt, der vieles erleichtert“, vermutet die Dekanatsreferentin. In der Stadt sei es dagegen weitaus schwieriger, Kontakt zu den Jugendlichen zu bekommen, auch gebe es dort viele andere Freizeitmöglichkeiten für diese Altersgruppe.
Dennoch blickt Brigitte Weimer zuversichtlich in die Zukunft: Der Dekanatsfamilientag im September (der DOM berichtete) werde bestimmt wichtige Impulse setzen können und die Familienarbeit der jeweiligen Gemeinde enger zusammenbringen. Auch vom Messdienertag im Herbst und der sich im Aufbau befindenden Jugendkriche in Warstein erhofft sie sich viel.
Dafür wird das Dekanat Lippstadt-Rüthen auch weiterhin engen Kontakt zur Referentin des Nachbar-Dekanats Hellweg, Doris Noll, halten. Die Aus- und Weiterbildungen der Ehrenamtlichen werden bereits seit Jahren gemeinsam organisiert.







