Aktuelle Ausgabe
2012-20

Frauengemeinschaft Herz Jesu in Bergkamen-Rünthe feiert 100-jähriges Bestehen

Partnerin in Kirche und Gesellschaft

Mit einem Festgottesdienst feierte die kfd der Herz-Jesu-Gemeinde in Bergkamen-Rünthe ihr 100-jähriges Bestehen. Foto: Plamper

Bergkamen-Rünthe. Als vor 100 Jahren fleißige Hände die Herz-Jesu-Kirche bauten, legten zeitgleich engagierte Frauen aus der Kirchengemeinde den Grundstein für die Rünther Gruppe des „Katholischen Frauen- und Müttervereins“. Heute ist die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) Herz Jesu Rünthe eine von 720 kfd-Gemeinschaften in der Erzdiözese Paderborn.

von Elisabeth Plamper

Das 100-jährige Bestehen feierten die kfd-Frauen mit Vertretern der benachbarten katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie des Dekanates Unna im Rahmen eines Festgottesdienstes. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Pfarrheim fand sich reichlich Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen auszutauschen. Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Ehrung von über 70 langjährigen Mitgliedern.
In ihrer Begrüßungsrede skizzierte Hildegard Böhmer, Mitarbeiterin im Vorstand der kfd, die Geschichte des Vereins. Die ersten Mitglieder trafen sich nach ihrer Vereinsgründung zunächst nur sporadisch. Ab 1941 legten sie sich dann auf dienstagnachmittags im 14-tägligen Rhythmus fest. In den 50er- und 60er-Jahren zählte die Gemeinschaft bis zu 250 Mitglieder. Heute gehören noch rund 100 Frauen der Gruppe an. 1968 änderte der „Katholische Frauen- und Mütterverein“ seinen Namen in „kfd - Katholische Frauengemeinschaft Deutschland“, und machte so deutlich, dass der Verbund „für alle Frauen offen ist, egal ob verheiratet, alleinstehend, berufstätig oder nicht“, erläuterte Böhmer.
Der religiöse Hintergrund spiegelt sich nach wie vor in der Arbeit und den Veranstaltungen wider. So bestimmen neben Ausflügen oder Karnevalsfeiern auch religiöse Gespräche, Wallfahrten und Einkehrtage das Jahresprogramm. Kontaktpflege in der Ökumene zu den benachbarten Kirchengemeinden ist selbstverständlich. „Wir sind eine Gemeinschaft von Frauen, die einander helfen und ermutigen –, eine Gemeinschaft, die ihren persönlichen Glauben zur Sprache bringt und vertieft.“
Das unterstrich auch Pfarrer Ulf Doppelfeld in seiner Predigt in Hinblick auf das aktuelle Leitwort der kfd: „Leidenschaftlich glauben und leben“. „Die Berufung der Frau ist sicher die Berufung zum Dienst am Leben, nicht nur am biologischen, sondern auch am humanem und religiösem Leben ... in dem auch Herz und Gemüt Platz haben.“  Doppelfeld verwies gleichzeitig auch auf die Notwendigkeit einer intakten Familienstruktur in der Gesellschaft. „Wenn die Mütter, und natürlich auch die Väter, sich mehr um ihre Kinder kümmern, kommt es zu weniger entsetzlichen Gräueltaten wie etwa den Amokläufen in Winnenden oder in Ansbach. Unsere Kinder müssen sich angenommen, beschützt und geborgen fühlen können.“ Frauen setzten sich zudem für Behinderte, Kranke und andere Notleidende ein, schenkten Lebenszuversicht etwa durch einfühlsame Gespräche, durch klugen Rat, herzlichen Zuspruch.  „Sie geben neuen Mut zum Leben, das in unseren Tagen oft von Angst und Gefühlskälte bedroht ist“, so der Rünther Pfarrer. Nach Aussage Doppelfelds stellen sich die kfd-Mitglieder diesen Herausforderungen in besonderem Maße. „Die kfd ist eine starke Partnerin in Kirche und Gesellschaft, ein Frauenort in der Kirche, offen für Suchende und Fragende.“
Aber der Seelsorger ging nicht nur auf die Stellung der Frau in der heutigen Zeit ein: „Frauen haben schon immer eine spannende Rolle ge­spielt im Laufe der Geschichte Gottes mit den Menschen und der Heilsgeschichte. „Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung Christi waren? Es waren Frauen, denen nach der Schilderung des Lukas der Grabesengel sagte: ,Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?‘ Frauen machten als erste die Erfahrung, dass Gott ein Gott der Lebenden und nicht der Toten ist. Frauen wurden dann sogar zu ,Apostolinnen der Apostel‘ (Augustinus). Sie eilten vom Grabe weg, um die Botschaft des Lebens auch den Aposteln und der ganzen damaligen Gemeinde mitzuteilen.“
 


23.05.2012
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