Aktuelle Ausgabe
2012-20

Rettungshundestaffel der Malteser in Gütersloh

Ostwestfalen-Lippe

Immer im Team: Die Malteser Gütersloh und ihre Rettungshunde. Foto: Lakenbrink

Gütersloh. Bei einem Schnupperkurs zum Thema Rettungshundearbeit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Verl fing 2002 alles an. „Damals bin ich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hund gekommen“, erinnert sich Volker Horenkamp, Stadtbeauftragter der Malteser Gütersloh. Noch im gleichen Jahr schlossen die Malteser aus Gütersloh eine Kooperation mit dem DRK und gründeten eine eigene Rettungshundestaffel, die mittlerweile 15 aktive Teams umfasst.

Es ist Donnerstagabend, Trainingszeit bei der Rettungshundestaffel. Einige Malteser bilden einen Kreis auf dem weitläufigen Firmengelände, das für diesen Abend genutzt werden darf. Sie rufen abwechselnd nach Sparrow, einem erst wenige Wochen alten Welpen. Reagiert der Hund auf ihr Rufen, wird er mit Leckereien belohnt. „Bei dieser Übung geht es darum, dem Hund erst einmal zu zeigen, dass er den Menschen vertrauen kann“, erklärt Ausbilder Michael Schöppner. Nicht jeder Hund eignet sich gleichermaßen für die Ausbildung zum Rettungshund, die in aller Regel zwei bis drei Jahre dauert. „Kleine Hunde können oftmals nicht so viel laufen, sehr große Hunde wollen häufig nicht so viel laufen. Ideal ist ein mittelgroßer Hund“, weiß Horenkamp als Staffelleiter der Rettungshundestaffel aus eigener Erfahrung zu berichten. Und ergänzt: „Aber an den Nasen liegt es nicht. Die sind alle gleich.“ Am liebsten sind den Hundetrainern allerdings Welpen wie Sparrow, „weil wir da ganz von vorne beginnen können“. Definitives Ausschlusskriterium ist allerdings wie so oft im Leben, ein mieser Charakter. Sollte der Hund bei einem anfänglichen Eignungstest versagen, etwa Aggressionen oder auffälliges Verhalten zeigen, dann „hat er in der Rettungshundestaffel nichts verloren“, so Horenkamp.
Ist diese erste Hürde genommen, trainieren „Herrchen“ und Hund viele Stunden gemeinsam, um sich aufeinander einzuspielen. Darüber hinaus kommen auf den Menschen noch einige Theorieeinheiten zu. So stehen eine Sanitäterausbildung, erste Hilfe am Hund, Funken, Karte, Kompass sowie Kynologie, also die Verhaltensforschung an Hunden, auf dem Lehrplan.
Bei der eigentlichen Prüfung wird das theoretische Wissen ebenso abgefragt wie der Gehorsam des Hundes und dessen Suchfähigkeit. So muss etwa ein 30000 Quadratmeter großes Gelände nach ein bis zwei vermissten Personen abgesucht werden, und zwar in nur 20 Minuten. Bei den Anforderungen ist es kein Wunder, dass nicht jedes Duo die Prüfung auf Anhieb besteht, zumal diese auch alle 18 Monate wiederholt werden muss.
Bei der Suchtaktik gibt es zwei verschiedene Richtungen. Der Schwerpunkt der Gütersloher Malteser liegt auf den Hunden, die jeglichen menschlichen Geruch oder Fährten wie abgeknickte Zweige erschnuppern. Daneben gibt es noch die sogenannten Man-Trailer, Hunde, die eine Geruchsprobe brauchen und dann gezielt dieser Spur nachschnüffeln. Eine Probe kann von einem Autositz oder auch einem Schlüsselbund genommen werden. Diese Hunde eignen sich vor allem für die gezielte Suche im innerstädtischen Bereich.
Sechs Einsätze hatte die Rettungshundestaffel der Malteser bereits in diesem Jahr. Zum Vergleich: 2007 waren es lediglich insgesamt drei Einsätze. Ein schwieriger, weil psychisch belastender Einsatz war bislang aber noch nie dabei. Oft sind es vermisste Altersheimbewohner, die kurze Zeit später putzmunter gefunden werden.
„Schwierige Situationen sind für mich zu akzeptieren, wenn wir zu einem Einsatz nicht gerufen wurden, bei dem wir hätten helfen können“, erklärt Horenkamp nachdenklich. So wie erst kürzlich, als eine Frau im Kreis Gütersloh vermisst wurde und die Suche wegen Dunkelheit abgebrochen werden musste. „Der Fall wäre ideal für uns gewesen“, so Horenkamp, denn „Dunkelheit ist uns egal.“ Doch wer an dem Einsatz beteiligt wird, entscheidet die Polizei. So sei es wichtig, immer im Gespräch mit den Behörden die Werbetrommel für die gute Sache zu rühren.Ruth Lakenbrink


23.05.2012
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