Kommentar
Noch mehr auf Pump leben
Allerlei „lustige“ Vorschläge tauchen derzeit auf, um mit einem Konjunkturprogramm die drohende Rezession abzuwehren. Einer davon ist, jedem Bundesbürger einen sogenannnten „Konsumgutschein“ über 500 Euro zukommen zu lassen, den er dann mit einem Eigenanteil versehen in der nächsten Zeit ausgeben muss.
Gerd Vieler (52) ist Chef vom Dienst des DOM
Wer möchte nicht mal eben 500 Euro geschenkt bekommen? Doch schon die alten Römer wussten: Hütet euch vor den Karthagern, auch wenn sie Geschenke bringen. So könnte es auch in diesem Fall sein. Denn diese vermeintliche Wohltat bringt mehr Nachteile als Vergünstigungen. Sie muss nämlich mit von den Kindern geliehenem Geld finanziert werden. Rund 40 Milliarden sollen es sein, die sich der so ausgestattete Konsument von seinen Kindern pumpen soll.
Damit soll der Konsum angeheizt und die Produktion angekurbelt werden. Die Frage ist nur, wo das ist. Warum soll der Steuerzahler Schulden aufnehmen, um die Produktion von Billigspielzeug in China oder Unterhaltungselektronik in Japan anzukurbeln. Das ist nicht einzusehen. Sollte das verhindert werden und nur deutsche Produkte mit dem Geldgeschenk gekauft werden, müsste eine bürokratische Überwachungsmaschinerie aufgebaut werden, die sicherlich den Wert des Geldgeschenkes noch einmal übersteigt. Wurde das Geld für die richtigen Produkte ausgegeben? Wurde es im richtigen Zeitraum ausgegeben und mit der entsprechenden privaten Aufstockung? Mit solchen Hintergründen schwindet das Interesse an so einem Gutschein schnell.
Also hütet euch vor den „Karthagern“, die solche fadenscheinigen Geschenke bringen.







