Aktuelle Ausgabe
2012-20

KAB-Bezirksverband Herne/Wanne-Eickel/Castrop-Rauxel feierte 100-jähriges Bestehen

Nebeneinander und miteinander

Fragen zum Wahljahr 2009 beantworteten Wolfgang Strobel und Jürgen Stanislowski (v. l.), Vorsitzende von KAB-Ortverbänden im gastgebenden Pastoralverbund Herne. Foto: Plamper

Herne. „... Alle an einem Strick: das Idealbild unserer Bewegung“ – Unter diesem Leitwort stellten die Ortsverbände der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und die Alten- und Rentnergemeinschaft (ARG) sich und ihre Arbeit in der Sodinger Akademie Mont Cenis vor. Anlass war das 100-jährige Bestehen des KAB-Bezirksverbandes Herne/Wanne-Eickel/Castrop-Rauxel.


von Elisabeth Plamper

„Wir sind eine lebendige Gemeinschaft – auch nach 100 Jahren“, zogen die Vorsitzenden der 15 Ortsverbände mit insgesamt rund 1300 Mitgliedern Bilanz. Der offizielle Gründungstag ist der 1. Mai 1909. „Im Zuge der Industrialisierung kamen viele Arbeiter aus Skandinavien, den Niederlanden, Osterreich. Italien und Polen ins Revier“, erläutert der ehemalige Bezirksvorsitzende Bernhard Niemann die Entstehungsgeschichte des Verbandes.
Der katholische Glaube breitete sich so in dem protestantisch geprägten Raum immer weiter aus. Jacob Isenrat war der erste KAB-Sekretär und der Vikar Koch als Präses an seiner Seite stammte aus Holthausen, heute dem Pastoralverbund Herne zugehörig. Nachdem die KAB den Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskreise gemeistert hatte, wurde sie während des Nationalsozialismus verboten und die Mitglieder verfolgt. „Die Versammlungen fanden nur noch hinter verschlossen Kirchentüren statt“, heißt es in Berichten von KAB-Mitgliedern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es dann, sich neu zu strukturieren und gesellschaftlich und politisch zu positionieren und neue Akzente zu setzen. Wie damals so halte die KAB auch heute an den Grundgedanken der christlichen Soziallehre  fest, unterstreicht Bernhard Niemann. „Sozial ist nicht nur, dass ich etwas bekomme, sondern auch, dass ich etwas abgebe.“
Dieser Gedanke spiegelt sich auch im Jahresprogramm 2009 des Bezirksverbandes wider. Seminare mit namhaften Referenten aus Politik und Gesellschaft im Rahmen der politischen Weiterbildung werden ebenso angeboten wie Seniorensport, Kinderbetreuung, psychosoziale Hilfestellung, Hospizarbeit, Spiel-, Klön- und Handarbeitstage wie auch gemeinsame Bildungsreisen mit der ARG innerhalb Europas. Kunst- und Kulturinteressierte sind beim „Kulturkreis 60 und mehr ...“ bestens aufgehoben.
„Der persönliche Kontakt ist uns wichtig“, betont Niemann. „Wir achten aufeinander. Wenn jemand mal nichts von sich hören lässt, werden wir aufmerksam.“ Er blickt für die KAB positiv in die Zukunft. Durch „Mitnahme und Teilnahme“ sieht er gute Chancen, weiter neue Mitglieder zu gewinnen. „Du passt zu uns, komm mit, bei uns kannst du dich wohlfühlen“, so seine Devise. Darüber hinaus dürfe die Mitgliederpflege nicht vergessen werden.
„Wir müssen unseren Mitgliedern etwas bieten, nur dann können wir sie halten“, sagt er und verweist unter anderem darauf, dass die KAB der einzige Verband ist, der seinen Mitgliedern eine „kostenfreie“ Vertretung vor dem Sozialgericht anbiete. Für Bezirkssekretär Michael Musbach ist ebenfalls klar: „Die KAB gibt es auch in den nächsten 100 Jahren, denn sie hat ein ausgezeichnetes soziales Netzwerk.“ Wichtig sei, „ein wachsames Auge“ auf Nachfolgeprobleme in den Führungsriegen der Ortsverbände zu haben und „eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung“ zu finden, bevor es zur Auflösung komme.
Den Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung bildete der Festgottesdienst mit Erzbischof Hans-Josef Becker in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Herne, musikalisch begleitet vom Chor 77 unter der Leitung von Johannes Rau. Der Messe schloss sich ein kurzer Festakt und das für alle Bürger offene „Fest der Begegnung“ an.



23.05.2012
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