Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kindergarten der Sölder Gemeinde St. Marien wird 2010 geschlossen

Nächstes Jahr ist Schluss

Pfarrer Christian Hörhold sieht zur Schließung des Marien-Kindergartens in Sölde keine Alternative. Foto: Vieler

Dortmund-Sölde. Das Datum liegt erst im kommenden Jahr, doch schon jetzt sorgt es in der Sölder Marien-Gemeinde für traurige Mienen: Am 31. Juli 2010 wird der Kindergarten der Gemeinde geschlossen. Gründe sind stark rückläufige Anmeldezahlen und fehlendes Geld für die dringend notwendige Sanierung des Gebäudes.


von Andreas Wiedenhaus

„Es gab zu dieser bitteren Entscheidung keine Alternative“, erläutert Pfarrer Christian Hörhold den Entschluss: „Für das kommende Kindergartenjahr gibt es nur eine Anmeldung, dagegen werden 14 Kinder von den derzeit 50 den Kindergarten in Richtung Schule verlassen.“ 40 Kinder seien die unterste Grenze für die Einrichtung mit zwei Gruppen: „Damit könnten wir von den laufenden Kosten gerade so über die Runden kommen.“ Doch spätestens ein Jahr später, so schätzt der Geistliche, sei dann endgültig Schluss: „Die Zahl der Taufen in der Gemeinde bewegt sich zwischen vier und sieben und dieser Trend wird sich fortsetzen.“
Neben dem demografischen Wandel ist es auch der Zustand des Gebäudes, der aus Sicht der Verantwortlichen die Schließung nahelegt. So stehe beispielsweise der Keller unter Wasser. Pfarrer Hörhold. „Allein das Trockenlegen der Wände würde rund 40000 Euro kosten.“ Hinzukämen die Kosten für die Sanierung des Leitungssystems und unzähliges mehr. „Der Sanierungsstau ist so groß, dass mehrere Hunderttausend Euro fällig wären“, meint Christian Hörhold.
Auch der zwischenzeitlich erwogene Ausbau zu einer Betreuung für unter Dreijährige sei keine Lösung: „Zuschüsse etwa von der Stadt hätten die Gemeinde auf 25 Jahre verpflichtet. Ein finanzielles Risiko, das wir niemals eingehen könnten.“ Auch vor dem Hintergrund, so Hörhold, dass die Struktur der geplanten Großpfarrei Aplerbeck, zu der die Sölder Gemeinde gehören wird, noch nicht klar sei. Gerade im Bereich der Finanzen seien derzeit noch zu viele Fragen offen.
Hörhold: „Alle Beteiligten wissen, dass die Schließung der Gemeinde weh tut, aber es geht nicht anders.“


23.05.2012
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