Fortbildung in Rüthen bereitete die Pfadfinderleiter im Erzbistum Paderborn auf Sommerlager vor
Mit gutem Gefühl in die Ferien gehen
Rüthen. Fast 200 Leiterinnen und Leiter aus dem Diözesanverband Paderborn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) kamen zum „Training Sommerlager“ nach Rüthen. Schwerpunktmäßig thematisierte die diesjährige große Fortbildungsveranstaltung auf dem Zeltplatz „Eulenspiegel“ das Thema „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche”.
Die Ausbildung der ehrenamtlichen Leiterinnen und Leiter steht nicht erst seit dem massiven Bekanntwerden von Fällen sexuellen Missbrauchs an Schulen, Heimen oder in der Kirche im Mittelpunkt. „Im von uns selbst gesetzten Erziehungsauftrag setzen wir auf die pfadfinderische Teamarbeit, in der mehrere Personen gemeinsam eine Gruppe begleiten, sowie auf eine gute Basisausbildung, zu der auch ein Baustein ‚Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Prävention und Intervention‘ gehört“, erklärt Diözesankurat Tobias Dirksmeier.
Doch nicht nur das Erkennen von Kindeswohlgefährdung stand im Mittelpunkt der Fortbildungsveranstaltung, die vor allem von Experten auf diesem Gebiet geleitet wurde. Dirksmeier: „Das Stark- und Selbstbewusst-Machen von Kindern und Jugendlichen ist ein immanenter Ansatz katholischer Kinder- und Jugendarbeit, damit diese selbst Grenzüberschreitungen wahrnehmen und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten schnell und selbstbewusst Hilfe und Unterstützung holen können.“ Die ausgebildeten Gruppenleiter würden bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit stets verantwortungsbewusst und sensibel mit Jungen, Mädchen und jungen Erwachsenen umgehen. Zudem hätten Kinder und Jugendliche eine Stimme in katholischer Kinder- und Jugendarbeit, sie würden erleben, dass sie mit ihren Anliegen ernst- und wahrgenommen werden. „Das sind wichtige Teile von präventiver Arbeit, die in den Jugendverbänden nicht nur einen festen Ort, sondern eine lange Tradition hat“, erläutert Dirksmeier.
Am Fortbildungswochenende galt es für die Leiter, Erfahrungen auszutauschen, sich neue Richtlinien und Ordnungen vor Augen zu führen und offene Fragen zur Thematik zu klären. „Es gilt, sich immer wieder aufs Neue zu versichern“, erklärt Andreas Plotz, zuständiger Bildungsreferent im DPSG-Diözesanverband. Schließlich könnten Leiter vor der Frage stehen, wie sie reagieren müssen, wenn es einen Verdacht einer Kindeswohlgefährdung gebe. „Es ist ein schmaler, schwieriger Grad, auf dem sich die Ehrenamtlichen in dieser Situation bewegen“, so Plotz. Daher sei es wichtig, genau hinzusehen und seine Einschätzungen immer durch einen Mitleiter abzusichern und Beratung durch eine erfahrene Fachkraft einzuholen.
Die Verantwortlichen der Pfadfinder im Erzbistum Paderborn hoffen, einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der vielen anstehenden Ferienfreizeiten und Zeltlager mit dem diesjährigen Training-Sommerlager geleistet zu haben. „Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Sommerferien und wissen um die qualifizierte Ausbildung unserer Leiter“, freut sich Diözesankurat Dirksmeier.







