Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kirchenführer-Projekt im Pastoralverbund Schwerte für alle Altersgruppen

Mit der Käseecke zur Kirche

Julia Ernst erklärt die Besonderheiten der St.-Thomas-Morus-Kirche in Schwerte-Villigst. Foto: Piela

Schwerte. Kirchen sind Orte der Verkündung des Wortes Gottes, aber auch Räume der Stille, des Gebetes und für viele Menschen ein Platz zum Aufatmen. Gotteshäuser entdecken in all ihrer Vielfalt – das geht in Schwerte. Möglich machen es ehrenamtliche Kirchenführer, die Gäste durch die Kirche führen und ihnen die architektonische Ausgestaltung und die dargestellten religiösen Inhalte in „ihrer“ Kirche vorstellen.

 

von Ingrid Piela

 

Das Angebot richtet sich an Kindergärten, Schulen, interessierte Jugendliche und Erwachsene. Die 14-jährige Julia Ernst ist mit Feuereifer bei der Sache. Auf einer Kirchenwanderung durch den Pastoralverbund legt die Wandergruppe auch an der St.-Thomas-Morus-Kirche in Schröders Gasse einen Stopp ein. Schon von außen ist die Kirche etwas Besonderes: Sie hat keinen Turm. Im Innenraum macht Kirchenführerin Julia auf die Wandbemalung aufmerksam: „Die Kreise, die aussehen, als sei ein Stein ins Wasser geworfen worden, bedeuten, dass sich so, wie sich die Kreise ausbreiten, auch die Frohe Botschaft von Jesu weiter gesagt werden soll.“

Die Zuhörer lauschen gespannt, was Julia über ihre Kirche alles weiß. Seit fünf Jahren engagiert sie sich bereits als Messdienerin und als Gemeindereferentin Elsbeth Bihler fragte, wer Kirchenführer werden möchte, da sagte sie gleich: „Ich probier das mal aus.“ Mehrmals traf sich die Gruppe der rund 35 Schwerter „Kirchenführer in spe“, textete und laminierte Karteikarten.

Gegenseitig stellten sie sich dann zur Probe reihum ihre sieben katholischen Kirchen vor. Julia: „Ich finde es schön, über die Kirche Bescheid zu wissen.“ Sie kennt das Gotteshaus schon „in- und auswändig“ und interessierte sich schon länger für ihre Geschichte.

Zwischen zehn und 70 Jahre alt sind die Kirchenführer. Für jede Kirche gibt es eine Broschüre mit informativem Text und vielen Bildern. Je nach der Altersklasse der Gäste gibt es verschiedene Führungsstile. So wird den Kleinsten die Kirche mit einer Stoffmaus und versteckten „Käseecken“ bekannt gemacht.

Tristan Hantschel (12) ist einer der jüngsten Kirchenführer und hat schon festgestellt, dass er seine Führungen in St. Marien in Schwerte-Mitte unterschiedlich gestalten muss, je nachdem, ob es sich bei der Besuchergruppe um Grundschulklassen oder Erwachsene handelt. „Die Erwachsenen wollen mehr wissen.“ Er ist seit drei Jahren als Messdiener im Einsatz und jetzt auch als Kirchenführer. Seine Motivation: „Ich möchte andere Menschen anregen, in die Kirche zu gehen.“

 


23.05.2012
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